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Die Arbeit aus dem Homeoffice ist für viele Mitarbeitende spätestens seit der Corona-Pandemie nicht mehr wegzudenken. Doch wie gehen Unternehmen mit den psychosozialen Herausforderungen um, die der Wandel von reiner Präsenzarbeit zu hybriden Modellen mit sich bringt? Um diese Frage zu beantworten, haben die Forscherinnen Leonie Jaß und Stefanie Mache vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf 30 Studien zu hybrider Arbeit analysiert. Diesen zufolge ergeben sich Herausforderungen etwa aus einer fehlenden Abgrenzung der Arbeit vom Privatleben, eingeschränkten Unterstützungsmöglichkeiten oder technischen Schwierigkeiten bei der Arbeit von zu Hause aus. Aus diesen Anforderungen haben die Forscherinnen fünf Handlungsempfehlungen entwickelt, mithilfe derer Unternehmen gesundheitsfördernde Bedingungen für die hybride Arbeit schaffen können.
Damit hybride Arbeit gelingt, muss (auch) die Technik stimmen: Die Anpassung der Technologie an die zu bewältigenden Aufgaben ist eine der Handlungsempfehlungen, die Leonie Jaß und Stefanie Mache Unternehmen an die Hand geben.
Unsplash/Karolina GrabowskaAn erster Stelle steht dabei die Stärkung der Akzeptanz hybrider Arbeit, insbesondere auf der Führungsebene. Das gelingt der Studie zufolge etwa durch die Förderung ergebnisorientierter und agiler Arbeitsweisen oder der Etablierung von vertrauensbildenden Maßnahmen zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden. Darüber hinaus seien gute Kommunikation und eine Vertrauenskultur entscheidend, so Jaß und Mache weiter; die Basis dessen bilden klare Kommunikationsregeln und Strukturen, doch auch der Aufbau gemeinsamer Wissensdatenbanken kann das Vertrauen und die Produktivität fördern. An dritter Stelle steht der Ausbau von Kompetenzen der Mitarbeitenden zur Selbstorganisation und -disziplinierung, gefolgt von einer Aufgaben-Technologie-Passung. Heißt: Die technische Ausstattung muss den Bedürfnissen des hybriden Arbeitskontexts gerecht werden.
1) Akzeptanz und Förderung hybrider Arbeit: Führungskompetenzen an die hybride Arbeit anpassen
2) Zusammenarbeit und Kommunikation: Festlegen von Kommunikationsregeln und Strukturen
3) Kompetenzen zur Selbst- und Teamorganisation: Strategien zur Selbstorganisation
4) Aufgaben-Technologie-Passung: Verbesserung der Ausstattung und Beseitigung von Barrieren
5) Bedarfsermittlung: Ermittlung und Ausbalancieren der Bedürfnisse der unterschiedlichen Organisationsebenen
Zudem gilt es, eventuelle Zugangsbarrieren für Remote-Arbeitende zu entfernen, sodass alle Mitarbeitenden gleichermaßen auf wichtige Informationen zugreifen können. Nicht zuletzt bedarf es einer organisationsspezifischen Bedarfsermittlung – denn nicht alle Unternehmen unterliegen den gleichen hybriden Arbeitsbedingungen, wissen die Forscherinnen. Sie empfehlen daher Kleingruppengespräche oder regelmäßige Konsultationen zwischen Mitarbeitenden und ihren Führungskräften, um individuelle Bedürfnisse für die Hybridarbeit zu ermitteln und diese anschließend mit den Bedürfnissen der Organisation in Einklang bringen zu können.
Die ganze Studie steht unter msmagazin.info/334HybrideArbeit zum Download zur Verfügung.
Beitrag von Sophie Dériaz aus managerSeminare 334, Januar 2026