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Anti-Streber-Stipendium

Bachelor für Menschen ohne Musterlebenslauf

Der Name täuscht ein bisschen: 'Anti-Streber-Stipendium' hat die Zeppelin Universität Friedrichshafen ein neues Angebot für Menschen getauft, die in puncto Bildungschancen sonst oft zu kurz kommen. Unter anderem Legastheniker, Studienabbrecher, Personen mit Migrationshintergrund, Menschen über 30, Studieninteressenten mit Kind, Gründungspleitiers und Nerds sind angesprochen. Sie können sich bei der Privathochschule um ein Stipendium für einen vierjährigen Bachelor-Studiengang bewerben. Das Stipendium gibt es seit Frühjahr 2013, seither werden jedes Semester zwölf Anti-Streber-Plätze vergeben. Voraussetzungen: allgemeine Studienmotivation, Leistungsbereitschaft und gesellschaftliches Engagement. Gesucht werden also mitnichten Faulenzer, gesucht werden Menschen mit Handicap, die trotzdem herausragend sind. In einem Bewerbungsschreiben sollen die Interessenten ihre Motivation für das Studium darlegen. 'Das wichtigste Kriterium dabei ist die Selbstreflexion über die eigene Situation und über die Qualität, die aus dieser Situation für andere entsteht', erklärt ZU-Präsident Stephan A. Jansen. Auch einen Nachweis über das eigene Handicap müssen die Interessenten vorweisen. Wie das bei den Nerds funktioniert? 'Die wissen selbst am besten, ob sie echte Nerds sind oder nicht', sagt Jansen. Daher dürfen sich Bewerber auf das Nerd-Stipendium die Art ihres Nachweises selbst aussuchen. 'Wir haben schon exzellent exotische Nerd-Bewerbungen er­­halten“, freut sich der Uni-Chef. Ob Nerd oder nicht: Alle Anti-Streber-Stipendiatsanwärter müssen sich bei einem Auswahltag der ZU vor einer Jury beweisen.
 
Mit ihrer Anti-Streber-Aktion will die Uni mehr Vielfalt in ihre Studentenschaft bringen. Die Idee dahinter: Teams, die aus Personen mit unterschiedlichem Erfahrungshintergrund zusammengesetzt sind, gelten als besonders kreativ und produktiv. Außerdem will die Hochschule mit dem Anti-Streber-Stipendium einen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit und Bekämpfung des Fachkräftemangels in Deutschland leisten, sieht sie darin doch einen Weg, bislang brachliegende Talentreservoirs zu erschließen.
Autor(en): (jum)
Quelle: managerSeminare 188, November 2013
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