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Altersdiskriminierung

Warum Ältere auf Abstand zur Arbeit gehen

'Ich häng’ mich nicht mehr rein. Bald winkt eh’ der Ruhestand.' Denken ältere Mitarbeiter so, gibt es dafür einen triftigen Grund: Altersdiskriminierung. Das zumindest haben die Forscherinnen Tanja Rabl vom Lehrstuhl für Personalwesen und Führungslehre der Universität Bayreuth und María del Carmen Triana von der University of Wisconsin-Madison, USA, in einer Untersuchung nachgewiesen. Die beiden Wissenschaftlerinnen befragten für ihre Studie 1.255 Beschäftigte aus sechs großen deutschen Unternehmen. Fazit: Befragte, die sich altersdiskriminiert fühlen, fühlen sich signifikant schwächer an ihr Unternehmen gebunden. Das gilt sowohl für Beschäftigte zwischen 30 und 40 Jahren, wenn sie sich wegen ihres geringeren (!) Alters benachteiligt fühlen, als auch für die 50- bis 60-Jährigen. Letztere allerdings erleben die Diskriminierung als stärkeren Stressfaktor und reagieren auch mit stärkerem Rückzug darauf – vielleicht weil sie ohnehin mit vielen Einschränkungen zu kämpfen haben, die die Jüngeren nicht kennen. Schon lange weiß man, dass unfaires Verhalten – welcher Art auch immer – Mitarbeiter in dysfunktionales Verhalten treibt. Den nun erbrachten Beleg für einen konkreten Zusammenhang zwischen Altersdiskriminierung und emotionalem Rückzug sollten Unternehmen indes besonders ernst nehmen, stehen ihnen doch Zeiten bevor, in denen der Anteil der 50- bis 64-jährigen Arbeitnehmer genauso groß sein wird wie der der 30- bis 49-Jährigen. Die Wissenschaftlerinnen raten, alles dafür zu tun, Altersdiskriminierung in Zukunft auszuschließen, etwa: ältere Mitarbeiter nicht von Fortbildungs- und Karriereoptionen ausschließen, Stereotypen durch die Firmenleitung gezielt entgegenwirken und die Vorgesetzten dazu anhalten, ihre Mitarbeiter grundsätzlich leistungsabhängig zu bewerten und zu fördern.

Die Studie 'How German employees of different ages conserve resources: perceived age discrimination and affective organizational commitment' ist im April 2013 im International Journal of Human Resource Management erschienen.
Autor(en): (jum)
Quelle: managerSeminare 184, Juli 2013
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