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Bild zum Beitrag Albert Camus in der Serie 'Philosophie für Manager'
© Rowohlt Archiv

Absurd, aber glücklich

Albert Camus in der Serie 'Philosophie für Manager'

Das Sein ist absurd, sagt Albert Camus. Was pessimistisch klingt, ist in Wirklichkeit der Aufruf zu einem intensiven Leben: Statt einen höheren Sinn zu suchen und sich an Ziele und Ideen zu klammern, plädiert der französische Existenzphilosoph für die selbstbewusste Gestaltung der Gegenwart.

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Wenn Manager gefragt werden, warum sie etwas tun oder wozu, nennen sie vielleicht Marktbewegungen oder Geschäftsziele als Gründe oder Geld oder auch den persönlichen Wunsch nach Gestaltung oder Selbstverwirklichung. Was der Führungskraft die Idee von wirtschaftlichem Erfolg ist, ist dem Wissenschaftler die Suche nach gültigen Gesetzen und dem Esoteriker die Vorstellung eines übergeordneten Ganzen. So unterschiedlich die Begriffe und die dahinterstehenden Motive und Weltbilder sind – letztlich drehen sich alle darum, seinem Tun einen Rahmen zu geben, in dem man sich verorten kann, der Handlungen eine Bedeutung verleiht: einen Sinn.

Für Albert Camus sind das jedoch Chimären, bloße Phantome, die über eine harte, aber wesentliche Tatsache hinwegtäuschen sollen: dass das Sein keinen Sinn hat. Denn das Leben – das ist der Kern von Camus’ Denken – ist absurd. Philosophische Systeme, Theorien und Ideologien sind in den Augen des französischen Existenzialisten daher auch nur „unfruchtbare Spielereien mit großen Dingen“, die eine Illusion von Sinn und Kontext schaffen wollen – und die zwangsläufig scheitern. Seine eigenen Gedanken formuliert Camus konsequenterweise nicht als elaboriertes Theoriegebäude. Denn der Mensch, glaubt er, denkt in Bildern. Und so entwirft er die sprachlichen Bilder für seine existenzphilosophische Haltung zur Welt in Romanen.

Der vielleicht berühmteste beschreibt eindrücklich die Begegnung mit dem Absurden: In der algerischen Stadt Oran ist die Pest ausgebrochen. Die Verzweiflung ist groß, das Unglück unbeschreiblich. Jeden Tag sterben dreißig, fünfzig, hundert Menschen. Die Hauptfigur, Bernard Rieux, ist Arzt in dieser Stadt. Täglich betreut er bis in die Nacht hinein Pestkranke, seine Nächte sind kurz, die Tage endlos. Doch alle Bemühungen sind null und nichtig, das Resultat niederschmetternd: Immer mehr Menschen sterben, die Pest ist unbesiegbar.

Extras:

  • Infokasten: Albert Camus – Leben, Werk und Menschenbild
  • Literaturtipps: Hinweis auf die wichtigsten Werke von Albert Camus und eine Biografie über den Schriftsteller

Autor(en): Ingeborg Szöllösi
Quelle: managerSeminare 197, August 2014, Seite 46 - 49 , 17077 Zeichen

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