Politisches

Wettbewerbsverzerrung: Berufsschulen als Weiterbildner?

Ein kürzlich vorgelegter Bericht der Bund-Länder-Kommission unter dem Titel 'Kompetenzzentren in regionalen Berufsbildungsnetzwerken - Rolle und Beitrag der beruflichen Schulen' sorgt für Zündstoff. Nach den Vorstellungen der Kommission sollen die Berufsschulen zukünftig auch Weiterbildungsaufgaben wahrnehmen und offensiv vermarkten.
Nun haben die im Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung (KWB) zusammengeschlossenen Spitzenverbände der Wirtschaft eindringlich vor einer Verwässerung der Kernaufgaben der Berufsschulen gewarnt. Die wenigsten Berufsschulen hätten die personellen Ressourcen, um gleichermaßen Aus- und Weiterbildungsaufgaben übernehmen zu können. 'Dies gefährdet letztlich die Qualität der dualen Ausbildung', so Helen Diedrich-Fuhs. Die KWB-Geschäftsführerin befürchtet zudem eine massive Wettbewerbsverzerrung auf dem Weiterbildungsmarkt, da die staatlich finanzierten Berufsschulen ihre Weiterbildungsangebote weitaus günstiger kalkulieren könnten als private Anbieter. Für den Staat habe das Subsidiaritätsprinzip zu gelten, zumal der Weiterbildungsmarkt mit seiner hohen Angebotsvielfalt und seinem starken Wettbewerb funktioniere: 'Es ist überhaupt nicht ersichtlich, welchen Vorteil staatliche Konkurrenz bringt.'
Durch ein Schreiben an sämtliche Kultus- und Wirtschaftsminister hofft sie, dass die Kritikpunkte des KWB doch noch Berücksichtigung finden. Viel Zeit bleibt nicht, denn einige Bundesländer arbeiten bereits an der konkreten Umsetzung des Kommissionsberichts.
Autor(en): (jgr)
Quelle: Training aktuell 01/02, Januar 2002
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