Politisches

Weniger Förderung beruflicher Weiterbildung

Die Zahl der staatlich geförderten Weiterbildungen für Arbeitslose ist rückläufig, wie eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit beweist. Nur 27.661 Bundesbürger haben im Januar 2009 eine Qualifizierungsmaßnahme angetreten – das sind 8.105 weniger als im Vormonat. Der Abwärtstrend hält bereits seit drei Monaten an: Im November 2008 lag die Anmeldezahl bei 40.507 (minus 12.265 im Vergleich zum Vormonat), im Dezember 2008 bei 53.766 (minus 4.741).

Besonders stark gesunken sind die Förderzahlen im Bereich der SGB II-geförderten Maßnahmen. Im Dezember 2008 haben 13.406 Langzeitarbeitslose eine berufliche Fortbildung begonnen, im Januar 2009 waren es nur noch 8.809. Das entspricht einem Rückgang um 35 Prozent. 'Dort, wo der Bedarf am größten ist, wird auch noch am stärksten gespart', kommentiert Peter Rother vom Bundesverband der Träger beruflicher Bildung (BBB) die Zahlen. Zum Vergleich: Im Bereich der SGB III-geförderten Maßnahmen sank die Unterstützung nur um 19,3 Prozent. Arbeitslose, die weniger als ein Jahr ohne Anstellung sind, haben demnach eine deutlich bessere Chance, an einer beruflichen Fortbildung teilzunehmen.

Warum insgesamt immer weniger Arbeitslose weiterqualifiziert werden, ist schwer nachzuvollziehen, meint BBB-Pressesprecher Rother. Dem BA-Vorstand Heinrich Alt und der Bundesregierung könne man die sinkenden Zahlen nicht anlasten: 'Beide setzen sich derzeit stark für berufliche Qualifizierung ein und betonen, wie wichtig diese für den Arbeitsmarkt ist', meint Rother.

Rother sieht das Problem eher bei den Mitarbeitern der örtlichen Arbeitsarbeitsagenturen und denen der sogenannten ARGEn – einem Zusammenschluss aus Arbeits- und Sozialamt – die selbstständig über die Förderung entscheiden können. 'Diese Mitarbeiter gehen mit den Fördergeldern teilweise viel restriktiver um, als es nötig wäre', meint der BBB-Pressesprecher. Er vermutet, dass es sich um 'eine Art vorauseilenden Gehorsam' handeln könnte.

Die dezentrale Entscheidung über den Einsatz arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen hat laut Rother einen weiteren Nachteil: 'Es lässt sich sehr schwer voraussehen, wie sich die Zahl der bewilligten Weiterbildungsmaßnahmen verändern wird.' Das hat vor allem für die beauftragten Dienstleister Konsequenzen: 'Die Planungssicherheit der Unternehmen nimmt weiter ab', so Rother.

Autor(en): (com)
Quelle: Training aktuell 03/09, März 2009
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