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Trendthema Bildungssparen: Lernkonten im EU-Vergleich

Staatlich geförderte Lernkonten als Instrument zur Finanzierung lebensbegleitenden Lernens liegen im Trend. Das zumindest legt eine Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf, nahe. Das Mitbestimmungs-, Forschungs- und Studienförderungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbundes hat Projekte in Österreich, Großbritannien und Schweden betrachtet und dabei völlig unterschiedliche Varianten von Bildungskonten entdeckt.
In Oberösterreich beispielsweise ist mit Bildungskonto ein finanzieller Zuschuss des Staates gemeint. Den gibt es für berufliche Qualifikationsmaßnahmen bei staatlich anerkannten Bildungsträgern. Das Bundesland Steiermark indes stellt so genannte Bildungsschecks aus. Sie können bei Landesbehörden beantragt werden, und zwar von Unternehmensgründern und Arbeitnehmern mit abgeschlossener Lehre sowie für den Erwerb spezieller Qualifikationen z.B. IT-Kenntnisse. Die Bildungsschecks bleiben fünf bis zehn Jahre gültig und werden bei Bedarf beim Bildungsträger eingereicht.
Auch die Briten haben bereits ein Programm zur landesweiten Einführung individueller Lernkonten beschlossen - die aber keineswegs bei einem Finanzinstitut eingerichtet werden. Vielmehr lässt sich der Bürger bei von der Regierung beauftragten Organisationen registrieren und richtet dort ein 'virtuelles' Bildungskonto ein. Damit ist er berechtigt, staatliche Zuschüsse zu erhalten, wenn er an Qualifizierungsmaßnahmen teilnimmt. Die Zuschüsse werden direkt an das Bildungsinstitut überwiesen.
Ab 2002 wollen die Schweden Bildungssparen einführen. Entgegen den bereits beschriebenen Varianten schließen die Schweden tatsächlich Sparverträge mit Banken, Versicherungen oder Fondsorganisationen ab. Das Sparen wird steuervergünstigt, und beim Abheben von Geld für Weiterbildungsmaßnahmen mit einer Dauer von mindestens fünf Tagen erhält der Sparer zudem einen staatlichen Zuschuss. Wer in den Ruhestand geht und ein Bildungskonto im Plus aufweist, kann das Guthaben in den persönlichen Pensionsfonds übertragen lassen.
Aus dem europäischen Vergleich schließt die Hans-Böckler-Stiftung, dass es auch in Deutschland Zeit wird für Pilotprojekte in Sachen Bildungskonten, und macht dazu Vorschläge. Die im Januar 2001 veröffentlichten Ergebnisse können kostenlos angefordert werden.
Autor(en): (aen)
Quelle: Training aktuell 04/01, April 2001
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