Know-how

Sauriersuche mit Teamentwicklungseffekt

Schuld war ein hölzernes Dinosaurierskelett für Kinder. Denn das zerlegbare Urtier kreuzte den Weg von Ramin Shafiai genau in dem Moment, als er nach einer Möglichkeit suchte, Teamtrainings spannender zu gestalten. Inspiriert von der kurzen Begegnung entwickelte der Kölner Trainer sein Paläoteam, ein Trainingskonzept, das erlebnisorientierte Outdoor-Elemente mit Reflexions- und Kommunikationsaufgaben kombiniert. Der Clou daran ist die Rahmenhandlung, die die einzelnen Übungen zu einem Projekt verbindet: Auftrag des Paläoteams ist es, die vom Trainer im Gelände vergrabenen Knochenteile eines Dinosauriers zu finden, zu bergen und im Museum – dem Seminarraum – wieder zusammengesetzt aufzustellen.

Keine leichte Aufgabe. Schließlich erstreckt sich die Suche auf ein Gebiet von zehn Quadratkilometern und dauert drei bis fünf Tage. Zusätzliche Schwierigkeit: Die Teilnehmer operieren in drei Abteilungen mit unterschiedlichen Zuständigkeiten – Paläontologen, Konstrukteure und Journalisten –, die nur sehr eingeschränkt miteinander kommunizieren dürfen. Trotzdem müssen die Gruppen ihre Tätigkeiten gut koordinieren, denn nur gemeinsam kommen sie ans Ziel.

Unterwegs hat jede Abteilung aber zunächst vor allem eigene Aufgaben zu absolvieren. So müssen die Teilnehmer beispielsweise klettern, auf dem Hochseil balancieren, das Spinnennetz überwinden oder per Mountainbike durchs Gelände rasen – bisweilen mit zerbrechlichen Knochenteilen an Bord. Nur an bestimmten Treffpunkten dürfen sich die Sauriersucher ab und zu kurz besprechen. Kommunikation muss also effizient geplant werden –  insbesondere, wenn sich der Trainer Hindernisse ausdenkt, die den Einsatz aller Beteiligten erfordern. Beispiel: Die Knochen werden nicht nur vergraben, sondern auch in einen zentnerschweren Gipsblock eingegossen, den eine Gruppe allein gar nicht bewegen kann.

'So werden auf spielerische Weise Soft Skills geschult',  erklärt Shafiai, der in seinem Training ganz grundlegende Kommunikations- und Verhaltensmodelle vermitteln will. Der Dinosaurier-Trainer beansprucht daher nicht für sich, das Rad neu erfunden zu haben, denn ähnlich eingängige Lerneffekte bieten auch andere Trainings mit Erlebnischarakter. 'Aber Paläoteam ist vielschichtiger', so Shafiai: 'Es ist eine große Outdoor-Simulation, die kleinere Outdoor-Elemente kombiniert – und Dinosaurier sind der visuelle Trainingsrahmen, der alles zusammenhält.'

Neben dem Teambuilding setzt der Kölner Paläoteam auch in der Führungskräfteentwicklung oder als Assessment-Center ein. Spielzeugsaurier vergräbt er dabei übrigens nie, sondern lebensechte Repliken.

Autor(en): (lis)
Quelle: Training aktuell 03/09, März 2009
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