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Rezension: Mitarbeitergespräche

CD-Rom aus der Reihe Jünger Traintools, Gabal, Offenbach 2006, 49 Euro.

Ein Mitarbeiter wird überraschend zum Mitarbeitergespräch gerufen, weil der Chef gerade eine Lücke im Terminkalender hat. Um keine Zeit zu verlieren, kommt der Vorgesetzte direkt zur Sache. Er beginnt damit, Fehler und Schwächen seines Gegenübers aufzuzählen. Zudem übt er - teilweise auch noch ironisch verpackt - pauschale Kritik an der Arbeitsweise des Mitarbeiters und wärmt alte Kamellen wieder auf.

Wer als Trainer solche Negativbeispiele in sein Seminar einbauen will, findet auf der CD-Rom 'Mitarbeitergespräche' entsprechende Videosequenzen. Unter den Überschriften: 'Mitarbeitergespräche vorbereiten und strukturieren', 'Feedback geben', 'kritisieren', 'aktiv zuhören' und 'Mitarbeitergespräche nachbereiten' werden kurze Szenen gezeigt - die meisten dauern etwa eine Minute, einige beschränken sich nur auf einen Satz. Zu jeder Videosequenz gibt es Fragen, Checklisten und Übungen, mittels derer die Teilnehmer das Gezeigte aufarbeiten können. Trainer erhalten didaktische Tipps für den Nachbereitungsprozess.

Zielgruppe der CD-Rom sind aber nicht nur Trainer und Dozenten, sondern auch Führungskräfte. Für diese hält das Tool Lernbausteine mit Basiswissen bereit. So wird u.a. beschrieben, welche Punkte in einem Mitarbeitergespräch behandelt werden sollten. Und es werden die Regeln für Feedback und aktives Zuhören gelistet.

Was allerdings fehlt, sind Hintergründe über die Beziehung von Mitarbeiter und Führungskraft, Hilfsmittel für die Analyse eigener Stärken und Schwächen (Stichwort: 'inneres Team') und - das sollte man von einem Tool mit dem Titel 'Mitarbeitergespräche' schon erwarten können - ein Leitfaden, wie Mitarbeitergespräche in die Unternehmenskultur eingebettet werden können. Leider wird auch nicht gezeigt, wie Führungskräfte mit Widerstandsstrategien - zum Beispiel Leugnen oder Bagatellisieren - umgehen können.

Mit Ausnahme der Videosequenz zum Aktiven Zuhören werden in allen Szenen nur Negativbeispiele gezeigt. Aber auch wenn es häufig leichter fällt, zu kritisieren, als über Gelungenes zu sprechen, wäre neben jedem negativen auch ein positives Beispiel sinnvoll gewesen. Gut wäre es auch gewesen, der CD-Rom ein Begleitheft beizufügen.

Fazit: Zwar bietet das Tool Nützliches für den Einsatz im Seminar. Insgesamt sind die Lernbausteine und Hilfsmittel aber zu dünn.
Autor(en): (Hubert R. Kuhn)
Quelle: Training aktuell 04/07, April 2007
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