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Preisregen im November 2006: Ausgezeichnete Weiterbildungskonzepte

Zahlreiche Preise bescherte der November der Weiterbildungsbranche: Unter anderem verlieh die DIHK ihre Initiativpreise Aus- und Weiterbildung, und das Hessische Wirtschaftsministerium zeichnete erstmals ein Unternehmen mit dem Preis 'Weiterbildung Innovativ' aus. Training aktuell mit Kurzbeschreibungen der Siegerkonzepte.

Nur für Schüler existiert eine Regelung: Sie müssen bereits in der zweiten Klasse sein. Ansonsten gibt es für das Selbstlernzentrum Offenbach keinerlei Zutrittsbeschränkungen. Für einen geringen monatlichen Beitrag (Schüler und Studenten 10 Euro, Erwachsene 25 Euro) kann sich in der zur GOAB (Gemeinnützige Offenbacher Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft mbH) gehörenden Einrichtung jeder Lernwillige via CBT weiterbilden. Mehr als 80 Lernprogramme stehen an 20 PC-Arbeitsplätzen bereit. Das Spektrum reicht von Fremdsprachen-Kursen über CBTs zur Vermittlung von Computerwissen bis hin zur Online-Schulung für Präsentationen. Gibt es Fragen, stehen Lernberater mit Rat und Tat zur Seite.

Ein Selbstlernzentrum mag in großen Unternehmen nichts Außergewöhnliches sein, als öffentliche Einrichtung ist es eine Innovation. Das meinen zumindest das Hessische Wirtschaftsministerium, der Verein Weiterbildung Hessen und die Hessen Agentur GmbH - und kürten das Selbstlernzentrum Offenbach am 1. November 2006 zum Sieger ihres Wettbewerbs 'Weiterbildung Innovativ'. Mit dem 2006 erstmals vergebenen Preis werden Angebote ausgezeichnet, die sich - der Name deutet es bereits an - als innovativ und zudem bedürfnisorientiert erweisen. Das Selbstlernzentrum Offenbach überzeugte die Jury vor allem dadurch, da hier selbstständiges Lernen ermöglicht und gefördert wird.

Qualitätsoffensive setzt auf Eigenverantwortlichkeit

Auf Selbstständigkeit im Sinne von eigenverantwortlichem Handeln wird auch beim Projekt 'Qool' (steht für 'Qualität ist cool') der Würth Elektronik GmbH & Co. KG gesetzt. Mit seiner Qualitätsoffensive hat der Werkzeuglieferant bereits im April 2006 den zweiten Platz beim Wettbewerb um den Weiterbildungs-Award belegt. Nun ist er auch mit dem Initiativpreis Aus- und Weiterbildung ausgezeichnet worden, der vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Otto-Wolff-Stiftung und der Zeitschrift 'Wirtschaftswoche' zum nunmehr 14. Mal ausgelobt wurde.

Neben der Förderung des Mitdenkens und der Eigenverantwortlichkeit der Mitarbeiter stand beim Projekt Qool die Sensibilisierung für Qualität im Vordergrund. Ziel war nämlich, die Ausschuss- und Fehlerquote in der Produktion zu reduzieren - was das Unternehmen auch geschafft hat, und zwar, indem es Führungskräften und Mitarbeitern mittels Workshops und interner Kommunikation bewusst gemacht hat, dass es ohne den Einsatz jedes Einzelnen und ohne Veränderungsbereitschaft nicht möglich ist, langfristigen Unternehmenserfolg zu sichern.

Schüler frühzeitig auf das Wirtschaftsleben vorbereiten

Für ökonomisches Handeln schon im Schüleralter indes wollen die Universität Dortmund und die Martin Luther King Gesamtschule in Dortmund-Dorstfeld mit ihrer Junior Business School sorgen. Das Konzept, das ebenfalls mit dem Initiativpreis Aus- und Weiterbildung ausgezeichnet worden ist, wurde entwickelt, um Oberstufen-Schüler an die wirtschaftliche Praxis heranzuführen.

Das zwölfmonatige Programm, das in den regulären Lehrplan integriert ist, basiert auf einem spielerischen Ansatz. So werden den Schülern computergestützte, interaktive Lernwerkzeuge an die Hand gegeben, und der Stoff wird anhand zahlreicher Fallstudien vermittelt. Eine Unternehmenssimulation, bei der die Schüler in der Rolle des Vorstands ein fiktives Unternehmen führen müssen, bildet den Abschluss der Business School. Den Schülern hat es gefallen, die Pilotphase des Projekts ist zumindest erfolgreich gelaufen. Nun wurde die Initiative auf weitere Schulen in Nordrhein-Westfalen ausgeweitet.

Bildungscontrolling-System von Henkel: Erstmals Integration vieler Einzelkomponenten

Ebenfalls ausgezeichnet mit dem Initiativpreis Aus- und Weiterbildung wurde die Henkel KGaA - und zwar für ihr Bildungscontrolling-System PHAROS evaluation, das inzwischen bei allen Qualifizierungsmaßnahmen des Düsseldorfer Unternehmens eingesetzt wird.

Das Besondere des Systems: Es integriert vielfach geforderte, aber bislang schon als Einzelkomponenten selten realisierte Verfahren und Methoden des Bildungscontrollings. So werden die Teilnehmer beispielsweise bereits vor einem Seminar zu ihren persönlichen Zielsetzungen befragt, was eine Vorbereitung der Dozenten auf die Anforderungen der Lernenden ermöglicht. Hinsichtlich des Transfers des Gelernten wird genau nachgefragt, welche Personen und Rahmenbedingungen den Lerntransfer gefördert bzw. behindert haben.

Positiv zudem: Da eine Vernetzung mit anderen Personalsystemen besteht, werden die Auswertungsergebnisse einer Schulungsmaßnahme nicht nur transparent, sondern auch unmittelbar handlungsrelevant. Last but not least ist es möglich, die durch eine PE-Maßnahme erzielte Wertschöpfung direkt den durch sie entstandenen Kosten gegenüberzustellen.

Vorbildcharakter: Azubis auf die Globalisierung vorbereiten

Neben Konzepten für selbstständiges Lernen, Qualitätsmanagement und Bildungscontrolling wurde auch eines zum Thema interkulturelle Kompetenz geehrt. Die Rede ist von einem Ausbildungskonzept der Sick AG. Der Hersteller von Sensoren rüstet seine Azubis für die Globalisierung, indem er internationale Austauschprogramme und Sprachaufenthalte in die Lehrzeit integriert. Zudem absolvieren die Azubis einen Teil ihrer Ausbildung bei ausländischen Tochtergesellschaften. Die BDA Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände zeigte sich davon beeindruckt - und verdeutlichte das mit der Vergabe des Deutschen Arbeitgeberpreises für Bildung in der Kategorie 'Betrieb'.
Autor(en): (pwa)
Quelle: Training aktuell 12/06, Dezember 2006
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