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Beitrag von Laura Nastran aus Training aktuell 11/24, November 2024
Wie der Name und die „kleeblättrige“ Aufmachung des Spiels schon vermuten lassen, sind beim Spielen von „So Kleever“ clevere, kreative Einfälle und etwas Glück vonnöten. Aber auch Teamwork spielt eine entscheidende Rolle, denn es geht nicht darum, die anderen Mitspieler zu schlagen, sondern gemeinsam so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Demnach ist das Kooperationsspiel für drei bis sechs Personen nicht nur für einen Spieleabend im Familien- oder Freundeskreis geeignet, sondern auch für den Einsatz im Training – zum Beispiel als Teambuilding-Maßnahme oder als Icebreaker zum Einstieg in einen Workshop. Erfunden wurde es vom Spielmacher Francois Romain, erschienen ist es bei Repos Production.
Für den Praxistest spiele ich „So Kleever“ mit zwei Kolleginnen, und schon beim Auspacken des Spielmaterials kommen wir ins Schmunzeln. Denn nicht nur der kompakte Pappkarton, in dem die Utensilien verpackt sind, ist übersät mit vierblättrigen Kleeblättern. Auch der Rest der Materialien (sechs abwischbare Kleeblatt-Tafeln, sechs dafür passende Stifte, 220 Stichwortkarten, eine Spielanleitung und eine Punkteliste) ist grün gehalten, und überall ist das Motiv des seltenen Glücksbringers wiederzufinden. Das Design erinnert an Saint Patrick’s Day – wären die Kleeblätter nicht vier-, sondern dreiblättrig.
Nachdem alle Materialien vor uns liegen, widmen wir uns den Spielregeln: Jede von uns bekommt jeweils einen Stift und eine Kleeblatt-Tafel. Als Nächstes zieht jede Spielerin vier Stichwortkarten und befestigt sie zufällig auf den dafür vorgesehenen Feldern auf der Tafel. Die acht Begriffe auf den Stichwortkarten, die außen liegen – zu jeder Seite des Kleeblatts zwei – bilden insgesamt vier Wortpaare. Die Begriffe auf den innenliegenden Seiten der Stichwortkarten sind in der ersten Spielphase irrelevant. Wichtig ist, dass keine von uns die Karten der anderen sieht. Die anderen müssen nämlich später die Anordnung der Karten erraten. In der ersten Phase sollen wir uns aber erst mal für jedes Wortpaar einen Hinweis überlegen, der die beiden Begriffe assoziativ miteinander verbindet. Dabei darf es sich nur um ein Wort handeln, das dann in den freien Platz oberhalb des Wortpaars auf die Kleeblatt-Tafel geschrieben wird. Über den Worten „Mensch“ und „Leistung“ könnte beispielsweise der Hinweis „Arbeit“ stehen.
Wenn alle ihre Stichwörter in den Hinweisbereichen notiert haben, können die Stichwortkarten von der Tafel genommen werden. Dann zieht jede Spielerin noch eine weitere Karte zu den vier Stichwortkarten von eben und mischt diese unter die ersten vier. Anschließend beginnt die zweite Phase des Spiels, in der das Team gefragt ist. Eine Spielerin beginnt und legt ihre Kleeblatt-Tafel in die Mitte. Auf dieser dürfen nur noch die Hinweise zu sehen sein. Die fünf Stichwortkarten legt sie in beliebiger Reihenfolge neben die Tafel offen auf den Tisch. Nun ist es an den anderen, mithilfe der Hinweise herauszufinden, welche vier der fünf Stichwortkarten an welche Stelle auf der Tafel gehören. Dabei darf die Spielerin, die sich die Hinweise ausgedacht hat, nicht helfen.
Wenn die anderen fertig sind und denken, sie haben die Karten richtig angeordnet, können sie das überprüfen lassen. Dazu haben sie zwei Versuche. Wenn die Wortkarten nach dem ersten Versuch noch nicht richtig liegen, nimmt die Spielerin, der das Kleeblatt gehört, die noch nicht richtigen Karten – ohne etwas zu sagen – von der Tafel, und die anderen können bei einem weiteren Versuch korrigieren. Im Anschluss werden die Punkte gezählt. Für jede richtig gelegte Karte gibt es einen Punkt. Wenn schon beim ersten Versuch alle richtig gelegen haben, gibt es zusätzlich zwei Bonuspunkte. Dann geht es weiter mit der nächsten Kleeblatt-Tafel.
Wurden alle Kleeblatt-Tafeln in der Runde durchgespielt, kann die Gesamtpunktzahl anhand einer Legende auf der mitgelieferten Punkteliste eingeordnet werden. Da wir zu dritt spielen, können wir eine Punktzahl von null bis 18 erreichen, die sich mithilfe der Legende in Wertungen von „Kleiner Keim: Etwas Grün ist schon zu sehen ...“ (bei null bis sechs Punkten) bis „Vierblättrig: Selten und perfekt!“ (bei 18 Punkten) übersetzen lassen – Einordnungen, die auf die verschiedenen Stadien eines wachsenden Kleeblatts anspielen.
Die Spielregeln haben wir schnell verstanden und legen direkt mit der ersten Phase des Spiels los. Schon während wir die Stichwortkarten ziehen und auf unseren Tafeln befestigen, ist das erste „Oh je“ zu hören und die scherzhafte Frage „Kann ich die Karten auch noch mal drehen?“. Wir merken schnell, dass es schwieriger werden könnte, als gedacht, passende Assoziationen zu finden, die die Wortpaare miteinander verbinden. Was hat ein „Eimer“ mit „Geld“ zu tun? Und wie passen „Honig“ und „Post“ zusammen? Nach einigen verzweifelten Lachern, empörten Ausrufen und Momenten konzentrierten Schweigens hat aber doch jede von uns vier Hinweise auf den Rändern des Kleeblatts notiert. Um unsere Tafeln weiterhin vor den anderen verborgen zu halten, können wir sie zum Schreiben nur leider nicht auf den Tisch legen. Stattdessen halten wir die Tafeln beim Schreiben in die Luft oder verziehen uns in den Nebenaum. Auch beim nächsten Schritt sind wir uns unsicher: Schaffen wir es, uns die Anordnung der vier Stichwortkarten zu merken? Zwei von uns machen zur Sicherheit ein Foto, bevor wir alle unsere Stichwortkarten von der Tafel nehmen und jeweils eine weitere darunter mischen.
Dann geht es ans Raten. Eine Kollegin meldet sich freiwillig und legt als Erste ihre Kleeblatt-Tafel in die Mitte sowie die fünf Stichwortkarten daneben. Auf den vier Seiten sind im Uhrzeigersinn die Worte „schmerzhaft“, „Arbeit“, „Anfangsbuchstabe“ und „Farbe“ zu lesen. Die andere Kollegin und ich fangen sofort an, zu überlegen, welche Wörter auf den Karten zu den Hinweisen auf der Kleeblatt-Tafel passen. Dass das Wort „Gelb“ zu dem Hinweis „Farbe“ gehört, ist uns zum Beispiel sofort klar. Wir legen die Karte auf einen der beiden Plätze, auf denen das Wort „Gelb“ in die Richtung des Hinweises „Farbe“ zeigen würde. Die Positionierung sorgt sofort für einige Lacher, da jetzt das Wort auf der rechten Seite der Stichwortkarte, „Toilette“, in die Richtung des Hinweises „schmerzhaft“ ausgerichtet ist. Wir gehen davon aus, dass das nicht stimmen kann und überlegen weiter, welche Abhängigkeiten zu berücksichtigen sind, was sich unsere Kollegin bei den Hinweisen gedacht haben könnte und welche Karte vielleicht nur die zufällig untergemischte fünfte Karte ist, die eigentlich gar nicht dazugehört.
Am Ende können wir uns zwischen den zwei letzten Karten nicht entscheiden. Da wir aber zwei Versuche haben, entscheiden wir uns zufällig für eine der beiden, lassen es darauf ankommen und schließen unseren ersten Versuch. Die Kollegin, der die Kleeblatt-Tafel gehört, nimmt die Karte, bei der wir uns nicht sicher waren, kommentarlos von der Tafel. Im zweiten Versuch ersetzen wir sie also durch die andere, die noch übrig ist. Damit liegen wir richtig und wir können unsere ersten vier Punkte verzeichnen. Im Uhrzeigersinn wiederholen wir diesen Vorgang mit den anderen zwei Kleeblatt-Tafeln. In den nächsten beiden Runden schaffen wir es sogar im ersten Versuch, jeweils alle Stichwortkarten richtig anzuordnen und erreichen ein Gesamtergebnis von 16 Punkten – was der Wertung „Blüte: Eine tolle Punktzahl!“ entspricht.
Wir haben in dem Spiel die anderen und ihre Denkweisen besser kennengelernt, mussten kreativ werden, verschiedene Perspektiven einnehmen und über den Tellerrand schauen.
Diese Wertung freut uns sehr, und wir sind überrascht, wie gut das Erraten – trotz einiger kryptischer Hinweise – geklappt hat. Als wir das Spiel Revue passieren lassen, sind wir uns einig: Das hat Spaß gemacht. Besonders in der zweiten Phase des Spiels haben wir viel gelacht, da es durch die verschiedenen Konstellationen der Stichwortkarten zu absurden und unterhaltsamen Wortkombinationen kommen kann, die zu Fragen wie „Kann man Bienen angeln?“ oder Aussagen, wie „Korn kann am nächsten Morgen auch schmerzhaft sein“ geführt haben. Als wissende Person, die sich die Hinweise ausgedacht hat, war es manchmal gar nicht leicht, ein Pokerface zu bewahren.
In jedem Fall haben wir in dem Spiel die anderen und ihre Denkweisen besser kennengelernt, mussten kreativ werden, verschiedene Perspektiven einnehmen und über den Tellerrand schauen. Mit ein bis zwei Personen mehr, die noch mehr Perspektiven und Meinungen eingebracht hätten, wäre das Spiel sicherlich noch spannender geworden.
Ein kurzweiliges, kreatives Wortassoziationsspiel, bei dem Einfallsreichtum und Teamgeist gefordert sind.
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