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Praxistest „Calm“
Praxistest „Calm“

Abschalten vom Alltag

Stress, innere Unruhe und Schlaflosigkeit begleiten viele Menschen im hektischen Alltag unserer schnelllebigen Welt. An diesem Punkt setzen Achtsamkeits-Apps an, die mit Meditationen, Schlafgeschichten und Musik dabei unterstützen wollen, wieder zu mehr Ruhe und Gelassenheit zu finden. Training aktuell hat eine davon einem Praxistest unterzogen: die App „Calm“.

Das Angebot

Mit Meditationsübungen, Entspannungsmusik und Schlafgeschichten einfach mal vom stressigen Alltag abschalten und zur Ruhe kommen – dabei will die App „Calm“ unterstützen. Unter dem Motto „Finde deine Gelassenheit“ zielt die Anwendung darauf ab, Stress zu verringern, den Schlaf zu verbessern und insgesamt einen entspannteren, gesünderen Lebensstil zu fördern. „Calm“ umfasst derzeit über 50.000 Minuten an Audiomaterial, das kontinuierlich erweitert wird. Bekannte Sprecherinnen und Sprecher wie der Sänger Harry Styles und die Schauspielerin Andrea Sawatzki geben den Inhalten eine prominente Stimme.

TA-Check

Um die App „Calm“ testen zu können, lade ich sie aus dem App Store meines Smartphones herunter. Nach dem Öffnen erscheint ein violetter Bildschirm mit dem Satz „take a deep breath“ in weißer Schrift, der nach einigen Sekunden verblasst. Anschließend werde ich gefragt, was mich zu „Calm“ bringt: Glücklicher sein, Stress reduzieren, Leistung verbessern, Selbstbeachtung entwickeln, weniger ängstlich sein, dankbar sein, besser schlafen. Ich entscheide mich für „Stress reduzieren“ und klicke auf den Fortfahren-Button. Nun werde ich aufgefordert, ein Konto anzulegen, wobei mir eine Probewoche angeboten wird, in der ich alle Inhalte und Funktionen der App sieben Tage lang kostenlos testen kann. Wenn ich diese nicht kündige, geht sie nach Ablauf in ein Jahresabonnement über, das laut App 49,99 Euro kostet. Dies muss ich zum Abschluss bestätigen. Danach öffnet sich ein animiertes Bild einer Berglandschaft mit See bei Nacht, was nach einiger Zeit in den Hintergrund tritt. Der Home-Bildschirm der App wird sichtbar, auf dem sich die Meditationen des Tages und Empfehlungen, die je nach Stimmung personalisiert werden können, befinden.

Ganz unten auf dem Home-Bildschirm ist eine Navigationsleiste mit drei weiteren Bereichen der App: Schlafen, Entdecke und Profil. Der Bereich „Schlafen“ bietet unzählige Schlafgeschichten, die sowohl auf deutscher als auch auf englischer Sprache verfügbar sind. Daneben gibt es hier Schlafmeditationen, Klangwelten wie Meeresgeräusche, beruhigende Musik und wissenschaftliche Kurse zur Schlafverbesserung. Unter „Entdecke“ findet sich die komplette Bibliothek der App, mit allen Meditationen, Schlafgeschichten, Klangwelten, Musikstücken und Stimmungschecks. Die Inhalte können nach verschiedenen Themen gefiltert werden. Das „Profil“ ist vor allem eine Übersicht über die Aktivitäten in der App. Hier gibt es z.B. einen Kalender, der anzeigt, welche Inhalte an welchen Tagen ausgeführt wurden.

Nachdem ich mir einen Überblick über „Calm“ verschafft habe, starte ich als Erstes einen Stimmungscheck. Bei diesem fragt mich die App zunächst, wie es mir gerade geht. Hierbei habe ich die Wahl zwischen 13 verschiedenen Stimmungen. Ich entscheide mich für „Zufrieden“, daraufhin öffnet sich ein Fenster mit einem lächelnden Smiley und dem Satz: „Nimm dir einen Moment Zeit, um die positiven Gedanken wahrzunehmen.“ Darunter wird ein Notizfeld sichtbar, in das ich meine bisherigen Erlebnisse des Tages eintrage und festhalte, warum ich mich zufrieden fühle. Anschließend zeigt mir die App an, dass meine Stimmung im Kalender vermerkt wurde und dass ein Stimmungsbarometer erstellt wird, sobald mehrere Stimmungsdaten vorliegen.

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Am späten Nachmittag öffne ich die App erneut, um mir während meines täglichen Spaziergangs eine Gehmeditation anzuhören. Ich wähle die Meditation „Achtsames Gehen“ aus, und der Wiedergabebildschirm erscheint, auf dem ich die Meditation jederzeit anhalten, pausieren oder fortsetzen kann. Im Hintergrund ist ein Naturbild zu sehen, begleitet von leisem Grillenzirpen. Nach einigen Sekunden ertönt die Stimme der Sprecherin, die sich zunächst vorstellt (Schauspielerin Rahel Comtesse) und grob erklärt, worum es in der Meditation geht. Dann führt sie mich durch verschiedene Wahrnehmungsübungen: Zuerst soll ich meine Aufmerksamkeit auf die untere Körperhälfte richten, insbesondere auf meine Fußbewegungen. Danach soll ich meinen Fokus auf den ganzen Körper und schließlich auf meine Umgebung erweitern: den Boden, die Natur, Menschen sowie verschiedene Gerüche und Geräusche. Zum Schluss fragt mich Rahel, wie ich mich fühle, und erklärt mir, dass das bewusste Schärfen der Sinne in dieser Übung insbesondere dabei helfen soll, Stress abzubauen. Insgesamt dauert die Meditation 15 Minuten, und weil mein Spaziergang nach dieser Zeit noch nicht beendet ist, schaue ich mir noch die Musikauswahl der App an und starte die Geh-Entspannungsmusik „Mental Health Walk“, eine Kombination aus neuseeländischen Melodien und Vogelgeräuschen, die ich mir, bis ich zu Hause wieder ankomme, anhöre.

Am Abend stöbere ich durch die zahlreichen Schlafgeschichten in der App und entscheide mich schließlich für die 44-minütige Geschichte „Der Trompetenmacher“, gesprochen von Schauspieler Daniel Brühl. Zu Beginn erklingen sanfte Jazz-Trompetenklänge, die allmählich leiser werden. Daniel Brühl begrüßt mich mit ruhiger Stimme, lädt mich dazu ein, es mir bequem zu machen, und leitet mich dann durch ein paar Atemübungen. Danach beginnt er mit der Geschichte: An einem warmen Spätsommernachmittag besuche ich die Werkstatt des Trompetenmachers „Eddy“ im Berliner Kunstviertel. Der Weg dorthin führt mich durch einen Park, vorbei an viktorianischen Häusern und einem liebevoll eingerichteten Blumenladen. Als ich die Werkstatt betrete, werde ich von Eddy herzlich begrüßt. Er zeigt mir zunächst die Räumlichkeiten: ein roter Backsteinbau mit hohen Wänden, gemütlich eingerichtet, durchzogen von selbstgebauter Beleuchtung und Vitrinen voller Blasinstrumente. Anschließend nimmt sich Eddy die Zeit, mir die Welt der Trompetenbaukunst näherzubringen. Geduldig erklärt er mir die einzelnen Bestandteile einer Trompete und gibt Einblicke in die aufwendige Herstellung.

Im Test

  • Produkt: App „Calm“ erhältlich für Android und iOS
  • Anbieter: Calm
  • Preis: Jahresabo: 49,99 Euro, kostenlose Probewoche
  • Link: calm.com

TA-Eindruck

Ich nutze die App noch einige Tage, höre mir noch einige Meditationen, Musikstücke und Schlafgeschichten an und merke dabei, dass ich mich zunehmend gelassener und ausgeglichener fühle. Die Stimmen in den Meditationen empfinde ich durchweg als angenehm und beruhigend. Auch das Tempo und die Länge der Pausen bei den Atem- und Wahrnehmungsübungen sind meiner Meinung nach gut gewählt. Bei der Gehmeditation würde ich allerdings empfehlen, diese in einer ruhigeren ländlichen Umgebung oder in einem Park durchzuführen, um Ablenkungen durch Straßenverkehr oder Menschenmengen zu vermeiden. Die Schlafgeschichten haben mir geholfen, schneller einzuschlafen. Sie sind wie eine Traumreise und erinnerten mich an meine Kindheit, als ich jeden Abend Gutenachtgeschichten auf dem Kassettenrekorder gehört habe. Gut finde ich auch die täglichen Stimmungschecks, aus denen die App ein Stimmungsbarometer entwickelt, auf dem jederzeit ersichtlich ist, wann ich mich wie gefühlt habe.

TA-Fazit

Eine gute App mit vielen Inhalten zu Meditation und Entspannung, gesprochen von bekannten Persönlichkeiten.

Die Autorin: Janine Dengel

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