Know-how

Organisationsentwicklung per Tiefenpsychologie

Jede Führungskraft besitzt Handlungsmuster, die sich kontraproduktiv auf das gesamte Unternehmen auswirken können, meint der Diplom-Psychologe Hans-Christian Heiling. 'Diese Handlungsmuster lassen sich jedoch nicht mit rational nachvollziehbaren Zahlenkolonnen in Powerpointpräsentationen durchbrechen', so der Kölner Berater. Denn viele Handlungen laufen unbewusst ab. Bleiben sie unbewusst, verdichten sie sich zu unternehmensspezifischen Mechanismen, die die weitere Entwicklung der Organisation blockieren. Deshalb setzt Heilings Beratungsansatz der 'Wirtschaftsmorphologie' mit Tiefenpsychologie beim Einzelnen an. Das bedeutet: Die erste und zweite Führungsebene muss ihre unbewussten Verhaltensanteile identifizieren.

Dabei nutzt der Berater u.a. die Wirkungsweise von Kunstwerken, Märchen und Mythen. Als Beispiel nennt Heiling die Moses-Statue des Renaissance-Künstlers Michelangelo. Im Rahmen eines Coachings sollen sich Führungskräfte mit dem in Stein gehauenen Propheten auseinandersetzen. Im Vordergrund stehen dabei nicht kunsttheoretische Kriterien wie Entstehungsjahr und Arbeitstechnik. Vielmehr sollen die Manager in den gemeißelten Zügen nach Eigenschaften suchen, mit denen Michelangelo den Führer des israelitischen Volkes ausgestattet hat. 'Meist schreiben sie ihm so unterschiedliche Attribute wie Sorge, Liebe, Entschlusskraft zu', so der Berater. Auf diese Weise wird deutlich: Führung hat viele Facetten - mehr als den meisten Führungskräften bewusst ist. Bewusst wird ihnen bei dem Vorgehen auch, dass sie sich mit manchen Facetten identifizieren können, dass sie manche vernachlässigen oder gar ablehnen. 'Den jeweiligen Antworten der Führungskräfte entnehme ich, welche unbewussten Muster ihr Verhalten bestimmen', erklärt der Berater.

Sind die bislang verborgenen Präferenzen und Abneigungen, die Widerstände und Motivatoren in ihrem Führungsverhalten entlarvt, können sich die Manager von denjenigen Mustern verabschieden, die einer persönlichen Entwicklung und der Entwicklung des Unternehmens im Weg stehen. Infos im Internet.
Autor(en): (ahe)
Quelle: Training aktuell 04/07, April 2007
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