Inspiration

Nachhaltigkeitstraining

Wissens-Checks geschickt verpacken

Ein Wissens-Check am Ende eines jeden Seminarmoduls ist wichtig: Wo gibt es noch Defizite? Was wurde nicht ganz oder sogar falsch verstanden? Das Problem: Bei vielen Teilnehmern wecken Überprüfungen unangenehme Erinnerungen an ihre Schulzeit. Sofort entsteht Widerwille. Einfallsreiche wie einfache Methoden für die Lerndiagnose, die Teilnehmer zum Mitmachen motivieren, können helfen.
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Das Seminarmodul ist abgeschlossen. Die Etappe ist geschafft, die Teilnehmer sind geschafft. Alle sind erleichtert, das Thema abhaken und in die Pause gehen zu können. Kraft tanken für die nächste Runde. Ein Trainer, der jetzt sagt: 'Halt, lasst uns erst noch überprüfen, was jeder tatsächlich gelernt hat', läuft Gefahr, von einem Moment auf den anderen zum Buhmann und Spielverderber zu werden. Schnell schießen den Teilnehmern Gedanken durch den Kopf wie 'Jetzt muss ich auch noch einen Test über mich ergehen lassen. Das ist ja genau wie in der Schule.' Oder: 'Was und wie viel ich hier aus dem Seminar mitnehme, liegt doch wohl in meiner Verantwortung. Schließlich bin ich erwachsen und kein Kind mehr.'

Trotzdem: Den Wissens-Check am Ende einer Lerneinheit sollte der Trainer auf keinen Fall auslassen. Er gehört nicht zur Kür, sondern zur Pflicht. Zumindest dann, wenn das Seminar nicht nur Impulse setzen, sondern nachhaltige Verhaltensänderungen erzeugen soll. Der klassische Weg, um die Nachhaltigkeit im Seminar zu steigern, besteht darin, Defizite im gelernten Wissen und Können aufzuspüren, die Defizite zu reparieren und das Gelernte zu ankern und zu sichern. Somit ist der Wissens-Check das Fundament des Nachhaltigkeitstrainings.

Um möglichen Widerstand beim Einstieg in den Wissenscheck zu vermeiden, sollte der Trainer ein Szenario zeichnen, das eben nichts mit Schule zu tun hat, sondern positiv besetzt ist. Wörter wie 'Prüfung', 'Test' oder 'Abfrage' riechen nach bohrenden Paukern und peinlicher Blamage und sollten vermieden werden. Begriffe wie 'Professionalität', 'hoher Qualitätsstandard', 'Sicherheit' und 'Souveränität' wecken dagegen positive Assoziationen und erhöhen die Bereitschaft zum Mitmachen. Wer will nicht etwas souverän beherrschen oder sich seiner Sache sicher sein? Konkret können die Teilnehmer zum Beispiel mit dem Vergleich zu einem Fahrzeug-Check ins Boot geholt werden: 'Wenn Sie ein Auto kaufen, möchten Sie natürlich ganz genau wissen, ob alles in Ordnung ist. Das bedeutet Sicherheit. Genauso ist es mit den Lerninhalten dieses Moduls. Wenn Sie jetzt checken, ob alles sitzt, können Sie sich später in Ihrer Praxis sicher fühlen.'

Extras:
  • Einstiege ins Nachhaltigkeitstraining: Drei Beispielgeschichten
  • Literaturtipp: Das neue Buch von Bernd Weidenmann 'Update für Trainer'
  • Termintipp: Seminar Nachhaltigkeitstraining


Autor(en): Bernd Weidenmann
Quelle: Training aktuell 08/11, August 2011, Seite 14-17
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