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DVD 'Konfliktlösung statt Streit': Filmreife Gesprächsführung

Ein bisschen Frieden – das wünschen sich viele Arbeitgeber in den Reihen ihrer Angestellten. Doch wie kann aus Gezänk konstruktives Miteinander werden? Die DVD 'Konfliktlösung statt Streit' will einen Weg aufzeigen. Training aktuell hat das friedensstiftende Potenzial des Silberlings unter die Lupe genommen.

Das Angebot: 'Konfliktlösung statt Streit' – wie dieser Weg beschritten werden kann, zeigt eine DVD von Ulrich und Renate Dehner. Der Trainingsfilm, der seit Februar 2009 vom Bonner Fachverlag managerSeminare vertrieben wird, hat eine Laufzeit von 30 Minuten.

Der TA-Check: DVD-Player anschalten, Silberling einschieben, Füße hochlegen – über diese komfortable Form der Weiterbildung freue ich mich, als ich den Trainingsfilm einlege. In den kommenden 30 Minuten soll ich erfahren, warum Konflikte im Arbeitsalltag oft eskalieren und wie der sachliche Umgang bei Meinungsverschiedenheiten gelingt.
Die Unterweisung beginnt unterhaltsam: Die erste Filmsequenz zeigt ein Streitgespräch dreier Arbeitskollegen. Wann ist die angekündigte Produktneuheit endlich marktreif?, bedrängt der Vertriebsleiter den Chef der Entwicklungsabteilung. Dieser will sich nicht unter Druck setzen lassen: Sein Team gebe bereits sein Bestes, kontert er. Das wiederum bezweifelt der Vorgesetzte der Produktionsabteilung. Er stichelt, die Unterlagen der Erfinder seien oft unvollständig.

Warum ist das Gespräch der Kollegen zum Kreuzfeuer geworden? Dieser Frage geht das zweite Kapitel des Trainingsfilmes nach: Eine Stimme aus dem Off nennt und erläutert die wichtigsten Konfliktstrategien – wie Ironie, Unterstellung, Übertreibung – und demonstriert das an der entsprechenden Sequenz aus dem Film. Im dritten Kapitel wird es abstrakt: Coach Ulrich Dehner erklärt die Theorie der Ich-Zustände aus der Transaktionsanalyse. Die verschiedenen Ich-Zustände, die die Kontrahenten einnehmen können, entscheiden maßgeblich über den Verlauf der Auseinandersetzung, argumentiert Dehner. Deshalb sei es wichtig, sich dieser Rollen bewusst zu sein. Gut verständlich erläutert Dehner an einem Flipchart das 'Eltern-Ich', das 'Erwachsenen-Ich' und das 'Kinder-Ich'. Im Anschluss macht er deutlich, wie sich diese Rollen auf die Kommunikation auswirken. Besonders gelungen: Die Theorie wird begleitet von einem Pantomimen, der die Typen sehr einprägsam darstellt.

In den letzten Kapiteln bietet der Lehrfilm praktische Hilfe bei der Streitschlichtung: Der Film benennt die wichtigsten Konfliktlösungsstrategien und zeigt in kleinen Szenen auf, wie sich etwa der 'Bezugsrahmen klären' lässt oder wie Gesprächspartner 'Worthülsen aufbrechen' können.

Der TA-Eindruck: Die inhaltliche Aufbereitung des Themas und den Spannungsbogen des Trainingsfilms finde ich überzeugend. Kleiner Wermutstropfen für mich: An manchen Stellen fehlen mir begleitende Informationen. So startet der Film in medias res mit einem schmucklosen Powerpoint-Inhaltsverzeichnis. Ein paar einleitende Worte – etwa, an wen sich der Film richtet, wie man ihn nutzt, wer ihn mit welcher Intention gemacht hat – hätten mir den Einstieg erleichtert. Vermisst habe ich auch eine Erklärung beim Interview mit Ulrich Dehner: Weder eine Stimme aus dem Off noch eine Bildunterzeile liefern seinen Namen. Wer den Coach nicht erkennt, dem bleibt die Quelle der Erkenntnis ein Rätsel. Positiv mag die fehlende Namensnennung nur für diejenigen Trainer sein, die den Film im eigenen Seminar einsetzen und darum fürchten, sich die Konkurrenz namentlich ins eigene Haus zu holen.

Das TA-Fazit: Guter Grundlagen-Film zum Thema Konfliktlösung.

Ulrich und Renate Dehner: Konfliktlösung statt Streit. Vol. 1, DVD, managerSeminare, Bonn 2009, 98 Euro

Autor(en): (Corinna Moser)
Quelle: Training aktuell 03/09, März 2009
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