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Coaching nach einer Philosophie aus Hawaii

'Schamanische Traditionen und schamanisches Denken gibt es überall auf der Welt', sagt Eva Gütlinger. Das Verblüffende, das die Hypnotherapeutin und Coaching-Anbieterin ausgemacht haben will: 'Auch in die Arbeit von Trainern und Beratern haben schamanische Modelle Einzug gehalten.' Viele Anwender wüssten jedoch gar nicht, dass das, was sie tun, schamanische Züge trage. 'Andere wissen es zwar, reden jedoch nicht offen darüber – aus Furcht, schief angeguckt zu werden', glaubt Gütlinger. 'Man wird halt schnell in die Eso-Ecke geschoben.'

Gütlinger selbst geht offensiv mit dem Thema um. Den Kern ihrer Coachings, für die sie sich u.a. in systemischen Ausbildungen qualifiziert hat, nennt sie klipp und klar 'schamanische Reisen'. Insgesamt richtet die Beraterin ihre Arbeit an den sieben Prinzipien des hawaiischen Schamanismus aus:
1. IKE: Die Welt ist, wofür du sie hältst.
2. KALA: Es gibt keine Grenzen.
3. MAKIA: Energie folgt der Achtsamkeit.
4. MANAWA: Jetzt ist der Augenblick der Macht.
5. ALOHA: Lieben heißt glücklich sein mit …
6. MANA: Alle Macht kommt von innen.
7. PONO: Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit.

Hawaiische Grundannahme: Die Welt ist ein Abenteuer

Der hawaiische Schamanismus betrachtet das Leben als Abenteuer. Darin sind Schwierigkeiten nicht als Probleme zu deuten, sondern als spannende Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Es geht um eine Haltung der Lösungsorientierung, der Leichtigkeit, Harmonie und Liebe. Ein positiver Zustand ist nach hawaiischer Denkart jederzeit möglich, denn gemäß dem Prinzip 'KALA' gibt es keine Einengungen, so Gütlinger: 'Das Universum ist unbegrenzt, wir können immer bekommen, was wir wollen.'

So funktionieren die Methoden

Mit der wichtigsten Methode der hawaiischen Tool-Box, der schamanischen Reise, führt Gütlinger den Klienten in dessen innere Welt. Der Klient stellt sich als Welt einen Garten vor mit Pflanzen, Bäumen, eventuell einem Teich oder Bach. Hat er beruflich z.B. ein Problem mit dem Thema Abgrenzung, fragt Gütlinger: Hat der Garten einen Zaun? Wie sieht er aus? Gibt es eine Pforte? etc. Dann geht es darum, den Garten so zu verändern, dass ein harmonisches Bild entsteht. Nach schamanischer Vorstellung erzeugt die Veränderung des inneren Bildes über das Unterbewusstsein schließlich eine Veränderung der äußeren Wirklichkeit. Ähnlich soll eine zweite Methode wirken, die Gütlinger bei beruflichen Konflikten anwendet. Es handelt sich um eine Art 'Zufallsaufstellung', bei der der Klient zur Darstellung der Ist-Situation beliebige Gegenstände auf ein Tuch wirft. Ohne nachzudenken verändert er die Anordnung der Sachen, bis ein für ihn vom Gefühl her stimmiges Bild erzeugt ist. Gütlinger: 'Das Bild ist ein Auftrag ans Unbewusste, auch im Beruf eine harmonische Situation herzustellen.'

Der Ansatz weckt Interesse

So schlichte Methoden sollen so große Wirkung haben? Das erstaunt. Wohl gerade auch deshalb aber bekommt Gütlinger im Anschluss an Vorträge, die sie zum Thema hält, nach eigener Auskunft sehr viel positive Resonanz. 'Coaching-Kollegen finden den Ansatz spannend. Das Thema wird hoffähig.'

Autor(en): (Svenja Gloger)
Quelle: Training aktuell 05/09, Mai 2009
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