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Übersicht AnsprechpartnerDer US-amerikanische Psychologe und Anthropologe Paul Ekman ist tot. Er starb am 17. November 2025 im Alter von 91 Jahren. Ekman zählte zu den international bekanntesten Emotionsforschern. Er lehrte von 1972 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2004 an der University of California in San Francisco und wurde vor allem durch seine Studien zum Zusammenhang von Emotionen und Gesichtsausdrücken berühmt. Ekman entwickelte die Theorie, dass es grundlegende Emotionen (Basisemotionen) wie Freude, Ekel, Angst und Zorn gibt, die quer durch die Kulturen erkannt werden können. Gemeinsam mit seinem Kollegen Wallace Friesen konzipierte er außerdem das sogenannte Facial Action Coding System (FACS). Mit diesem System sollen sich kleinste Einheiten der menschlichen Mimik (Mikroexpressionen), unabhängig von der Anatomie der betreffenden Person, erfassen lassen.
Paul Ekman
Momopuppycat, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia CommonsEkman, der neben seiner Forschungstätigkeit auch als Berater für Lügenerkennung für das FBI und die CIA tätig war, beeinflusste auch die Weiterbildungsszene. 2004 gründete er seine Paul Ekman Group. Die Teilnehmenden sollen dort in Trainings ihr emotionales Bewusstsein schärfen sowie lernen, wie sie ihre Beziehungen verbessern und Täuschungen leichter erkennen können. Auch in Deutschland beziehen sich Weiterbildende in Sachen Emotions- und Körperspracherkennung immer wieder auf Ekmans Erkenntnisse, die allerdings in der Forschung keineswegs unumstritten sind. So wird bezweifelt, dass sich innere Emotionen zuverlässig allein aus der Mimik ableiten lassen. Zudem kritisieren einige Forschende die Annahme universeller, biologisch festgelegter Basisemotionen (siehe dazu auch die Thesen der Hirnforscherin Lisa Feldman Barrett: managerseminare.de/MS308AR01).
Beitrag von Sylvia Jumpertz aus managerSeminare 334, Januar 2026