Management

Videokonferenzen

Zu spät (ein-)geschaltet?

Für japanische Unternehmer ist sie bereits selbstverständlicher Bestandteil im täglichen Kommunikations-Mix. Verständnislos schütteln die Geschäftsleute Nippons den Kopf, wenn sie hören, daß sie bei den deutschen Kollegen kaum Akzeptanz findet: die Videokonferenz. Zu teuer, zu 'kalt', zu umständlich. Handelt es sich um berechtigte oder unberechtigte Vorurteile?
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Wenn Kapitän Kirk und seine Crew von der Enterprise die unendlichen Weiten des Alls erforschen, läuft die Korrespondenz mit anderen intergalaktischen Wesen wie selbstverständlich via Bildschirm. Doch was in der Science-Fiction-Serie vorgespielt wird, ist nur noch zum Teil reine Fiktion: die dialogfähige Bewegtbildübertragung in Echtzeit gehört schon lange nicht mehr dazu. Die Vorstellung jedoch, daß die Technik als selbstverständliches Medium für die Informationsübertragung eingesetzt wird, schon eher.

Während vereinzelte Großunternehmen in Deutschland, die dezentral organisiert sind oder national bzw. international über zahlreiche Geschäftspartner verfügen, regelmäßig Videokonferenzen durchführen, zeigt der Großteil deutscher Unternehmen kaum Interesse an dem Kommunikationsmedium Videokonferenz (VK). Deutlich spiegelt sich das Desinteresse an der mangelnden Auslastung 'öffentlicher' Videokoferenzräume wider. Diese Räume, die sich größtenteils in Dienststellen, Bildungsstätten oder sonstigen Einrichtung der Telekom befinden, aber auch in den Gebäuden anderer Firmen vorhanden sind, können auf Anfrage von jedem gemietet werden. Auch wenn die Telekom nach eigener Aussage diese Studios primär für Demonstrationszwecke ins Leben rief, bieten die Räume dennoch Unternehmen die Möglichkeit, Videokonferenzen durchzuführen.

Laut 'Internationalem Bildtelefon- und Videokonferenz-Verzeichnis 1993' der Deutschen Telekom, das zur CeBit ´93 erschienen ist, gibt es in Deutschland ca. 156 dieser Mietstudios; doch mittlerweile sind es einige weniger. Sie wurden geschlossen, da die Nutzung in den wenigsten Fällen über 'Schnupper-' und Demonstrationskonferenzen hinausgegangen ist. Die Stadthalle Detmold, die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung in Beckum, die Projektgesellschaft für Kabelkommunikation in Berlin und die IHK zu Münster haben sich bereits wieder abgenabelt. Die IHK zu Münster konnte nach fünf Jahren mit Beendigung der Pachtzeit für den VK-Anschluß 120 Konferenzen verzeichnen. Davon waren Zweidrittel Demonstrationskonferenzen und nur Eindrittel reine Wirk- und Arbeitskonferenzen. Unter den verbliebenen Anbietern der Videokonferenz-Mietstudios besteht Ratlosigkeit, aber auch Enttäuschung über die fehlende Resonanz. 'Das hat doch sowieso keinen Zweck' reagierte ein Vermieter aus München auf die redaktionelle Nachfrage zur Übersicht auf den Seiten 36 und 39. Seit Jahren sind seine vier Videokonferenzräume nahezu ungenutzt. Warum…?
Autor(en): cni
Quelle: managerSeminare 13, Oktober 1993, Seite 32-39
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