Beiträge m&t

Transfer von Trainingsmaßnahmen

Hauptsache ein Alibi

Wie gewonnen, so zerronnen. Viele Weiterbildungsmaßnahmen verpuffen im Nichts, wenn der Transfer nicht gesichert ist. In Unternehmen ist der Trend zu beobachten, Trainings nicht an den Berufsalltag der Teilnehmer anzubinden und als Alibi-Veranstaltung laufen zu lassen. Trainer haben die Verantwortung, diesem Trend entgegenzusteuern.
Kostenfrei für Abonnent/innen von managerSeminare
Downloaden
Auf einer Bildungsmesse wurde das Thema 'Ist die Weiterbildung ein Milliardengrab?' kontrovers diskutiert. Eine Teilnehmerin des Forums sprach sich für ein deutliches Nein aus und belegte dieses durch eine konkrete Erfahrung. In ihrer Organisation hatten sich die Personalentwicklung und die Gleichstellungsbeauftragte zum Ziel gesetzt, den Anteil der Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. Ein umfangreiches modulhaftes Qualifizierungsangebot für Frauen wurde konzeptioniert, um diese zu fördern. Und es hatte Erfolg, wie sie berichtete. Mehrere Frauen sind seither in Führungspositionen.

Auf die Nachfrage: 'Kann es sein, dass die vielen Seminare eher die Funktion hatten, das Thema in ihrer Organisation überhaupt erst ins Gespräch zu bringen? Und dass sich als Folge die Führungskräfte damit auseinandersetzen mussten und sich daher einige Positionen besetzen ließen?' Es kam von ihr ein klares 'Ja'. Und auch die Frage: 'Kann es sein, dass Sie das gleiche auch dadurch erreicht hätten, indem Sie direkt mit den Führungskräften gearbeitet hätten, die einen höheren Anteil von Frauen in Führungspositionen bisher verhindert haben? Oder überspitzt ausgedrückt: Eigentlich hätte Sie vielleicht nur eine bestimmte Führungskraft auswechseln müssen', bejahte die Teilnehmerin.

Und schon war auf dem Forum das zentrale Thema auf dem Tisch: Wie oft sind Seminare Umwegmaßnahmen, weil man das wirkliche Thema eher scheut. Wie oft sind Seminare Alibiveranstaltungen, damit man Aktivität zeigt und das gute Gewissen hat, etwas getan zu haben?
Autor(en): Ralf Besser
Quelle: management&training 10/03, Oktober 2003, Seite 50-51
Wir setzen Analyse-Cookies ein, um Ihre Zufriedenheit bei der Nutzung unserer Webseite zu verbessern. Diese Cookies werden nicht automatisiert gesetzt. Wenn Sie mit dem Einsatz dieser Cookies einverstanden sind, klicken Sie bitte auf Akzeptieren. Weitere Informationen finden Sie hier.
Akzeptieren Nicht akzeptieren
nach oben Nach oben