Management

Spitzenteams

Schnell, stark, schlagkräftig

Da wird in Unternehmen ein schlichtes Konzept zur Gruppenarbeit eingeführt und sogleich das Leistungsniveau eines „dream teams” angepeilt. Ergebnis: Die meisten dieser „Teams” scheitern an den zu hoch gesteckten Erwartungen. Erfolgreiche Teams entwickeln sich, wenn man sie sich entwickeln läßt und die Voraussetzungen hierzu stimmen.
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Die Hummel, so haben spitzfindige Wissenschaftler herausgefunden, kann gar nicht fliegen: Ihre Flügelfläche ist im Verhältnis zu ihrem Körpervolumen viel zu klein. Aber die Hummel weiß eben nichts von den Erkenntnissen der Wissenschaftler und fliegt einfach. So gesehen haben erfolgreiche Teams sehr viel mit der Hummel gemeinsam. Trotz etlicher Bücher zum Teammanagement, tiefschürfender Analysen, einem guten Dutzend Instrumenten zur erfolgreichen Teambildung und mehr oder minder praktischer Tips erfahrener Team-Spezialisten: Fragt man ein erfolgreiches Team, welches dieser vielfältigen Rezepte es nun beherzigt hat, so sind die Kommentare teils ernüchternd, teils spöttisch und entsprechen dem Tenor: „Darüber haben wir uns noch nie Gedanken gemacht. Deshalb funktioniert es ja gerade.”

Dieses ominöse „Es” ist augenscheinlich der Schlüssel zum Erfolg dieser Teams. Und dieses „Es” ist es auch, das Unternehmen bei ihrem Bemühungen, mit dem Abbau von Hierarchiestufen Team- und Projektmanagementstrukturen zu etablieren, in die schiere Verzweiflung treibt. Denn den Vorzeigeteams stehen in der Regel eine weitaus größere Anzahl an Teams gegenüber, die weit hinter den – meist selbst gesetzten – Erwartungen zurückbleiben. Der berühmte Synergieeffekt ist häufiger in seinem Gegenteil zu beobachten: Die Gruppe leistet weniger als die Summe ihrer einzelnen Mitglieder, da sie mehr mit sich selbst und ihrer Teamrolle beschäftigt sind als mit ihrer eigentlichen Aufgabe. Was läuft schief?

Der gegenwärtige Veränderungsdruck in Unternehmen ist gewaltig. Dementsprechend groß ist die Versuchung, möglichst viele Fliegen - sprich: Probleme – mit einer Klatsche zu schlagen. Da kommt der rettende Strohhalm Teamarbeit als scheinbar universeller Problemlöser gerade recht. Und die Erwartungen sind immens…
Autor(en): Jürgen Graf
Quelle: managerSeminare 22, Januar 1996, Seite 62-69
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