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„Negative Emotionen gehören auf den Tisch!'

Unternehmen wünschen sich Mitarbeitende, die mit Leib und Seele für ihre Aufgabe brennen. Fühlen ist also gefragt. Denn Leidenschaft ist ohne Gefühl nicht zu haben. Das heißt aber nicht, dass im beruflichen Umfeld jede Emotion willkommen ist. Emotionen, die mit Stärke assoziiert werden, wie Begeisterung oder sogar Formen von konstruktivem Trotz, dürfen sein. Doch Emotionen wie Frustration, Ohnmacht, Angst und Ärger werden bis heute weitgehend unter den Teppich gekehrt. Ein Fehler, findet Business Coach Susanne Petz.

Unternehmen wünschen sich Mitarbeitende, die mit Leib und Seele für ihre Aufgabe brennen, selbstverantwortlich handeln und proaktiv nach den besten Lösungen suchen. Fühlen ist also gefragt. Denn Leidenschaft, Vertrauen und Mut sind ohne Gefühl nicht zu haben. Das heißt aber nicht, dass im beruflichen Umfeld jede Emotion willkommen ist. Emotionen, die mit Stärke assoziiert werden, wie Begeisterung oder sogar Formen von konstruktivem Trotz, dürfen sein. Doch negative Emotionen wie Frustration, Ohnmacht, Angst und Ärger werden bis heute weitgehend unter den Teppich gekehrt.

Auf die Frage, was dagegen spricht, negative Gefühle im beruflichen Umfeld zu thematisieren, bekomme ich in meinen Führungsworkshops immer wieder die Antwort: „Es ist nicht professionell.“ Weibliche Führungskräfte behalten ihre Emotionen sorgsam für sich, weil sie nicht das Klischee bedienen wollen, von ihren Gefühlen regiert zu sein. Und männliche Coachees – und zwar nicht nur die älteren, sondern auch Nachwuchsführungskräfte – erklären mir, dass sie durch das Äußern von negativen Emotionen als „zu wenig durchsetzungsstark“ abgestempelt und nicht ernst genommen würden. Abgesehen davon, dass es bei Männern eher als bei Frauen toleriert wird, wenn sich aufgestaute Wut plötzlich explosionsartig Bahn bricht, passen Gefühle dem Stereotyp gemäß einfach nicht zum „starken Geschlecht“ – und schon gar nicht zum dominanten Auftreten, das bis heute in nicht wenigen Unternehmen von einer potenziellen Führungskraft erwartet wird. Also zensieren sowohl Frauen als auch Männer sich selbst. Ständig. Nach dem Motto: Bloß nicht aus einer Mücke einen Elefanten machen!

In vielen Gesprächssituationen gleichen wir daher parallel in einem inneren Dialog ab, wie das, was uns innerlich bewegt, beim anderen ankommen könnte. Mal haben wir Angst, schwach und bedürftig rüberzukommen. Mal möchten wir niemanden mit unseren Gefühlen verschrecken. Mal befürchten wir, uns als Querulanten auszuweisen, wenn wir einen schwelenden Konflikt ansprechen, den alle anderen gekonnt umschiffen. Doch Gefühle – und zwar in ihrer ganzen Bandbreite – zu haben und auszusenden, gehört zu unserer menschlichen Natur. Hätten Emotionen keinen Sinn, dann hätte sich unsere Fähigkeit, zu fühlen im Laufe der Jahre reduziert – wie unsere Fähigkeit in weiter Ferne sehen zu können, die sich durch unsere Arbeit im Nahbereich stetig verschlechtert hat. Emotionen helfen uns, Herausforderungen zu meistern, wenn wir klug mit ihnen umgehen. Sie sind eine Ressource, die uns effektiv und effizient zu Erkenntnissen und Lösungen verhilft – eine Ressource, die uns zum Beispiel unser vergangenes Tun reflektieren und unser zukünftiges Tun sorgsamer planen lässt. Denn negative Gefühle haben die Funktion, uns Aufschluss über Bedürfnisse zu geben, die sich in unserem Leben in diesem Augenblick nicht erfüllen. Hat beispielsweise ein Teammitglied bei einer gemeinsam zu treffenden Entscheidung ein mulmiges Gefühl, steckt dahinter womöglich Angst – ergo das Bedürfnis nach Sicherheit. Das Teammitglied kann sich dann fragen: Ist dieses Bedürfnis jetzt gerade angemessen? Wenn ja, kann es etwas unternehmen – zum Beispiel seine Befürchtungen äußern. Und so den Kolleginnen und Kollegen einen Impuls geben, zu überdenken, ob die Entscheidung noch sorgsamer vorbereitet werden müsste.

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