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Soziale Kompetenz

Soft Skills für Manager

Beruflicher Erfolg erwächst zu zehn Prozent aus Leistung, zu 30 Prozent aus Image und zu 60 Prozent aus dem Umstand, dass man den richtigen Leuten bekannt ist - so gab der Deutschlandfunk vor wenigen Wochen eine aktuelle empirische Studie aus den USA wieder. Solche Einsicht muss schockartig ernüchternd wirken auf jeden Rechtschaffenen, der sein Berufsleben in der Überzeugung gestaltet, es zähle die Leistung, und die zähle umso mehr, wenn sie doppelt tugendhaft mit Bescheidenheit gepaart sei.
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Die erste Empörung über das krasse Missverhältnis zwischen fachlichen und weichen Fähigkeiten weicht schnell einer klaren, strukturierenden Sicht, wenn der Begriff Karriere mit dem Begriff Führung in Verbindung gesetzt wird. Für den Erfolg als Führungskraft erkennen wir neben der fachlichen Kompetenz heute gewiss mitverantwortlich: methodische Kompetenz, soziale Kompetenzen und Selbstkompetenz.

Während die Methodenkompetenz im betrieblichen Führungsprozess als Managementfertigkeiten verstanden werden kann und Selbstkompetenz als das Können bei der Entwicklung der eigenen Führungspersönlichkeit durch Selbstreflexion und Selbststeuerung, bleibt der Begriff soziale Kompetenzen merkwürdig unbestimmt. Allen Auslegungen gemein zu sein scheint, dass, wer auch immer von den sozialen Kompetenzen spricht, was auch immer er darunter versteht, für erstrebenswert erkennt. Was sollen nun wir unter sozialen Kompetenzen verstehen?

Es gibt Leute, die eine heute gekaufte Jacke, an der sie Zuhause einen Fehler entdecken, lieber zwei Jahre lang mit täglichem Ärger ungetragen im Schrank hängen lassen, als sie gleich morgen zu reklamieren. Es gibt andere, die in der gleichen Angelegenheit am nächsten Morgen in einer Riesenszene den ganzen Laden aufmischen und sich danach dort eigentlich nicht mehr sehen lassen dürften. Blind ausrasten, verärgert hinnehmen, beides ist schädlich. Es gilt, sich angemessen zu verhalten - aber was ist das? Ärgern wir uns nicht bisweilen, dass wir einem lästigen Mitmenschen nicht zur rechten Zeit klar gemacht haben, wie wenig willkommen er hier im Moment ist? Dass wir eine herrliche Gelegenheit zu einem passenden Kompliment ungenutzt verstreichen lassen haben? Dass wir uns einfach nicht trauen, den Kontakt zu einem möglichen begehrten Partner zu knüpfen?
Autor(en): Rolf Mohr
Quelle: management&training 07/00, Juli 2000, Seite 28-31
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