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Authentisch bleiben

Seminartest

Ein Tag mit Rupert Lay ist ein Erlebnis. Der Philosoph, Jesuitenpater und Managementberater ist ein bestechender Analytiker und blendender Redner. Da spielt es auch keine Rolle, dass er statt der angekündigten Ausführungen zur Führungskultur lieber über Vertrauenskultur spricht. management & training besuchte Lays Veranstaltung und folgte seinen philosophischen Exkursen.

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Speziell ist bereits die Ankündigung des Tags mit Rupert Lay durch den Veranstalter IIR Deutschland. Der Seminar-Flyer verspricht die zehn Gebote überzeugender, erfolgreicher und menschlicher Führung. Ganz pragmatisch werden Ratschläge angekündigt, wie Erwartungen und Bedürfnisse durch Führungsmaßnahmen optimal erkannt und koordiniert werden können. Alles zu einem Zweck: Die Motivation von Mitarbeitern zu steigern.

Die Ankündigung lässt auf einen Crash-Kurs mit dem Management-Guru im erfolgreichen ethischen Führen hoffen. Getreu dem Motto: Fit im Führen nach einem Tag. Diese Illusion aber raubt Rupert Lay seinen Zuhörern schon nach wenigen Minuten. Kurios allerdings seine Begründung. Denn auf die Seminarbroschüre angesprochen, gesteht er ein, von den zehn Geboten der erfolgreichen Führung selbst nichts zu wissen. Doch Rupert Lay lässt sich von solchen Ungereimtheiten nicht aus dem Konzept bringen. Sein Thema für den Spezialtag heißt deshalb: Vertrauenskultur in Unternehmen und Authentizität von Führungskräften.

Wie Führungskräfte mit ihren Mitarbeitern umgehen müssen, dass diese zufrieden sind, erläutert Lay am Modell des 'Führungsbusen'. An dessen Koordinaten lässt sich das Verhältnis zwischen Leistung und Unzufriedenheit in einer Vertrauens- oder Angstkultur ablesen. Der Theologe und Betriebswirt erklärt, dass Angstkulturen zwar ein höheres Leistungsniveau zeigen, jedoch ebenso eine höhere Unzufriedenheitsquote bedingen. Vertrauenskulturen bringen im Vergleich zu Angstkulturen zwar erst nach zwei bis drei Jahren erhöhte Wertschöpfung, sind aber stabiler.

Autor(en): Jörg Schick
Quelle: management&training 02/03, Februar 2003, Seite 34 -

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Artikel aus management&training 02/03:

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