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Seminarpraxis

Dem Störfall begegnen

Trainer lassen sich auf jedes Seminar neu ein. Auf Menschen, auf unvorhergesehene Situationen, auf Konflikte. Wo Gruppen zusammenarbeiten, sind Konflikte und Krisen nichts Ungewöhnliches. Kann der Trainer mit diesen Situationen umgehen, fördert dieses Verhalten das gesamte Seminar.
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Noch verläuft das Training in ruhigen Bahnen. Die Teilnehmer beteiligen sich aktiv am Plenumsgespräch. Die Atmosphäre wirkt insgesamt lebhaft und positiv. Nur ein vages ungutes Vorgefühl beschleicht den Trainer, aber er kann es nicht beschreiben. Nun möchte er einen neuen Arbeitsschritt initiieren: Die Teilnehmer sollen in kleinen Gruppen etwas erarbeiten. Als der Trainer die Gruppenbildung anleiten möchte, meldet sich überraschend ein Teilnehmer in lautem, aggressivem Ton zu Wort. Von Kleingruppenarbeit würde er überhaupt nichts halten, sagt er. Dabei sieht er den Trainer herausfordernd an. Man solle lieber im Plenum weiterdiskutieren. Showdown im Training. Plötzlich Stille im Raum. Wie wird der Trainer reagieren?

Für Trainer sind Krisen im Seminar belastend. Krisen bedeuten Stress. Doch um es gleich vorweg zu sagen: Krisen sind dort, wo sich Gruppen zusammenfinden, um intensiv miteinander zu arbeiten, etwas ganz Normales. Wer Krisen vollkommen vermeiden oder aus seinen Trainings ausblenden möchte, hat den falschen Beruf gewählt. Es gibt keine Trainings ohne Risiko. Worauf es ankommt ist, was man aus den Krisen und Konflikten im Seminar macht.
Typische Störfälle in Trainings sind:
  • Angriffe auf den Trainer: Vorwurf der Praxisferne, der Inkompetenz, Kritik am methodischen Vorgehen
  • Konflikte innerhalb der Gruppe: vehemente Streitgespräche zwischen einzelnen Teilnehmern oder umgekehrt eisiges Schweigen
  • Aktivitätsverweigerung: keine Teilnehmerbeiträge, Verweigerung vorgegebener Arbeitsschritte
  • Desinteresse: Zeitung lesen im Seminar
  • ...
Autor(en): Dr. Jochem Kießling-Sonntag
Quelle: management&training 11/03, November 2003, Seite 44-47
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