Lernen

Science & Faction

Jahrzehnt des Gehirns, zweite Halbzeit

Wenn das Gehrin so simpel wäre, daß wir es verstehen könnten, wären wir so simpel, daß wir es nicht verstehen könnten. Oder anders formuliert: Kann Gott einen Stein schaffen, der so schwer ist, daß nicht einmal Gott ihn heben kann.
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Ich hatte eine Woche Zeit. Ein kleines Mißgeschick, kann ja mal vorkommen. Ich gab mir fünf Tage zum Nachdenken und zwei Tage zum Schreiben. Nach fünf Tagen hatte ich das Thema. Jetzt sitze ich in Hamburg und muß in zweieinhalb Stunden die Diskette zur Post bringen. Wie war doch gleich das Thema …

Was ist eigentlich aus dem Jahrzehnt des Gehirns geworden, sechs Jahre nachdem der amerikanische Kongreß die Neunziger dazu erklärt hat? Top oder Flop, tired or wired? Für den Neuroforscher und Nobelpreisträger Gerald Edelmann ist das keine Frage: „Was sich im Moment in den Neurowissenschaften abspielt, läßt sich als Vorspiel zur größten aller wissenschaftlichen Revolutionen sehen, zu einer, die unvermeidliche und wichtige Folgen für die Gesellschaft haben wird.” Eindeutige Aussage. Und was meint das Publikum?

Offensichtlich bekommen nicht nur Forscher und Fachleute leuchtende Augen, die Themen Brain & Mind, Gehirn und Bewußtsein erobern zunehmend auch den populären Mainstream. Focus, Spiegel und Fit for fun plazieren sie auf die Titelseiten und der Junfermann-Verlag präsentierte im Mai in Zusammenarbeit mit dem Wissenschafts-Autor Johannes Holler (Das neue Gehirn) Deutschlands ersten Neuroletter: „Gehirn & Gesundheit – aktuell, interdisziplinär, praxisnah”. So nähert sich jeder dem Thema aus verschiedenen Blickwinkeln, doch eine Gemeinsamkeit fällt auf: Dem Hirn ist nur interdisziplinär beizukommen und es ist längst nicht auf den Kopf beschränkt! Ob Immunsystem, Hormone, Neuropeptide oder der zweite Kopf im Bauch – was die Trennung von Kopf und Körper angeht, irrte Descartes. Auch wenn es sich in Form von Vorurteilen hartnäckig bis heute hält…
Autor(en): Lutz Berger
Quelle: managerSeminare 24, Juli 1996, Seite 44-49
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