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Ruth Cohn ist tot

Dr. Ruth C. Cohn ist am 30. Januar 2010 in Düsseldorf im Alter von 97 Jahren gestorben. Cohn war die Erfinderin der sogenannten Themenzentrierten Interaktion (TZI), eines Lehr- und Lernkonzeptes, das die Kommunikation und die Kooperation in Gruppen verbessern will. Ohne die TZI wäre die moderne Weiterbildung, jenseits des Frontalunterrichts, kaum denkbar. Die TZI-Postulate sind in der Trainerbranche weithin bekannt, etwa 'Störungen haben Vorrang' und 'Sei deine eigene Chairperson'. Die Hilfsregeln der TZI sind heute anerkannte Grundsätze humanistischer Kommunikation: Verallgemeinerungen vermeiden, Körpersignale beachten, sich mit Interpretationen von anderen so lange wie möglich zurückhalten, wenn man eine Frage stellt, immer deutlich machen, warum man fragt ... All dies sind auf die TZI zurückgehende Regeln, die dazu führen sollen, dass neben dem Sachthema stets auch die einzelnen Individuen und die Gruppe als solche mit ihren menschlichen Bedürfnissen, Befindlichkeiten und Dynamiken Beachtung finden. Das heißt: Die TZI sorgt dafür, dass im Gespräch nicht nur Inhalte vermittelt werden, sondern auch ein guter mitmenschlicher Kontakt der Sprecher zueinander gewährleistet wird. Die Idee der TZI als humanistisches Interaktionsmodell fußt stark auf Ruth Cohns persönlichen Lebenserfahrungen: Als Jüdin musste die geborene Berlinerin aus Nazi-Deutschland fliehen. Sie emigrierte zunächst in die Schweiz, später in die USA, wo sie zu einer der einflussreichsten Persönlichkeiten in der Psychologen-Szene wurde. 1974 kehrte Cohn in die Schweiz zurück, in ihren letzten Lebensjahren wohnte sie bei einer Freundin in Düsseldorf.
Autor(en): (jum)
Quelle: managerSeminare 144, März 2010
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