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Praxisbeispiel

Das Leben bei Aldi ist bescheiden

Aldi ist einer der erfolgreichsten Lebensmittel-Einzelhändler. Billige Ware, einfache Strukturen und bescheidener Auftritt machen das Erfolgskonzept aus. Wie funktioniert die Personalarbeit? Wodurch zeichnet sich die Unternehmenskultur aus? Ein Ex-Aldi-Manager gibt erstmals Einblick.
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Wer bei Aldi als Führungskraft Karriere machen möchte, muss sich zunächst als Filialleiter bewähren. Nach dieser Einarbeitungszeit können Führungskräfte in die Bezirksleiterstufe einsteigen. Als Vorgesetzte von sechs bis acht Filialleitern müssen sie dann zeigen, was sie können. Während der Einarbeitungszeit und den Folgejahren als Bezirksleiter gibt es keinerlei besondere Förderungsprogramme, keine professionelle Begleitung etwa durch eine Personalentwicklungsabteilung oder einen Personalchef.

Für die Entwicklung des neuen Bezirksleiters ist der jeweilige vorgesetzte Verkaufsleiter verantwortlich. Eine der wichtigsten Aufgaben von Vorgesetzten ist die Förderung und Entwicklung der ihm unterstellten Mitarbeiter. Er muss erkennen, welche Fähigkeiten seine Mitarbeiter haben, und er muss dafür sorgen, dass diese Mitarbeiter das notwendige Rüstzeug erhalten oder sich erarbeiten, um ihren Job gut zu verrichten. Verantwortung des Vorgesetzten ist es auch, geeignete Mitarbeiter für andere Positionen oder zur Beförderung vorzuschlagen.

Typisch für den filialisierten Einzelhandel ist, dass er mit relativ viel Personal arbeitet. Bei Aldi etwa sind in einem Bezirksleiterbereich mit acht Läden zwischen 50 und 80 Mitarbeiter beschäftigt. Das bedeutet, dass viele Führungskräfte gebraucht werden, die auch wirklich führen können. Soziale und kommunikative Fähigkeiten sind wichtig. Die fachlichen und mehr sachorientierten Anforderungen dagegen sind geringer als in anderen Branchen wie Industrie, Banken oder spezialisierten Dienstleistungsbetrieben. Hinzu kommt, dass die Mitarbeiter im Verkauf des Handels, also Filialleiter, Verkäufer und Kassiererinnen einen Arbeitsplatz mit einigen Nachteilen gegenüber ihren Kollegen in anderen Wirtschaftszweigen haben. Insbesondere sind das die für das Privatleben nachteiligen Ladenöffnungszeiten bis in den Abend hinein, am Sonnabend oder vor Feiertagen.
Autor(en): Dieter Brandes
Quelle: management&training 02/00, Februar 2000, Seite 36-37
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