Wissen

Positive Psychologie

Fokus aufs Funktionierende

Sie hat derzeit enormen Zulauf – unter Führungskräften wie unter Trainern und Coachs. Und doch ist sie eine der meistverkannten Disziplinen: die Positive Psychologie. Kritiker tun sie als Küchenpsychologie ab, bringen sie mit esoterischen Glücksversprechen in Zusammenhang und glauben, dass sie Daueroptimismus verbreitet. Alles falsch, sagt Nico Rose. Der Psychologe zeigt, womit sich die Positive Psychologie wirklich befasst.
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Positive Psychologie? Das ist doch nicht weit entfernt von 'Tschakkaaa!'-Rufen und der Idee: 'Wer sich Erfolg wünscht, der bekommt Erfolg. Wer Misserfolg erwartet, bekommt Misserfolg.' Positive Psychologie? Das bedeutet Programmierung des eigenen Bewusstseins in die Richtung: Jeder kann alles erreichen. Das bedeutet rosa Brille statt grau verhangene Sicht, das ist Dauerglück und Spaßfaktor statt Grübelei… – Wer das glaubt, liegt weit daneben. Tatsächlich ist die Positive Psychologie alles andere als ein Glückseligkeitstool mit esoterischen Wurzeln und alles andere auch als die Suche nach dem oberflächlichen schönen Schein. Was aber ist sie dann? Und warum lohnt es sich für Führungskräfte, hierüber nachzudenken?

Auf den Punkt gebracht: Die Positive Psychologie liefert – jenseits von esoterischen Ansätzen – Antworten auf die Frage, welche Faktoren dazu beitragen, Sinn und Erfüllung im (beruflichen) Leben zu finden und zu mehren. Sie zeigt, durch welche Elemente, Einstellungen und Haltungen sich der eigene Handlungsspielraum – und der von Mitarbeitern – erweitert. Und sie richtet ihren Blick auf das, was Nutzen stiftet.

Dieser Fokus auf das Funktionierende, das Gute, das Gelingende wird als Paradigmenwechsel in der Psychologie angesehen. Eingeleitet wurde er 1998 durch den amerikanischen Psychologie-Professor Martin Seligman. Im Rahmen seiner Antrittsrede als Präsident der American Psychological Association (APA), der größten Psychologen-Organisation der Welt, forderte er eine Positive Psychologie, die sich vorrangig vier Dingen widmen sollte: der Erforschung von 1) erstrebenswerten menschlichen Erfahrungen, 2) wünschenswerten Persönlichkeitseigenschaften, 3) gedeihenden Beziehungen und 4) wertvollen Organisationen – wobei der Wert als weit über den rein finanziellen Erfolg hinaus zu sehen ist.

Extras:

  • Was Positive Psychologie nicht ist: Die fünf häufigsten Missverständnisse
  • Leben mit Lust und Sinn: Grafische Darstellung verschiedener Aspekt in Anlehnung an Martin Seligman
  • Umfrage zum Thema positives Denken: Die Meinung unserer Leser
  • Service: Kurzrezensionen von drei Büchern, Hinweise auf zwei Fachartikel sowie ein Veranstaltungstipp, ein Videotipp und Hinweis auf einen Stärken-Test im Internet
Autor(en): Nico Rose
Quelle: managerSeminare 194, Mai 2014, Seite 44-50
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