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Spielregeln in der Spielfabrik

Planspiele

Planspiele bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Realitätsnähe und Praktikabilität. Damit sie den Teilnehmern realistisch erscheinen, müssen sie ausreichend komplex aber gleichzeitig so einfach sein, dass die Regeln nach kurzer Zeit verinnerlicht werden können. Das Beispiel Spielfabrik zeigt, worauf zu achten ist.

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Noch zehn Minuten... Die Produktion läuft auf Hochtouren, während eine Gruppe von Abteilungsleitern in ihrem Konferenzraum die neuen Produktideen diskutiert. Die Geschäftsführerin erinnert daran, dass die letzten Minuten genutzt werden sollten, um die neue Organisationsstruktur zu skizzieren, mit der man noch die Produktivität steigern will. Der Personalleiter gibt zu bedenken, dass die Unzufriedenheit unter den Produktionsmitarbeitern bedenklich angewachsen ist und bei der letzten Mittagspause über Streik gewitzelt wurde, was er durchaus ernst nehmen würde. Einer der beiden Produktionsleiter betritt den Raum: 'Das Material für die Schachtelfertigung ist ausgegangen - ihr habt den Materialbedarf falsch kalkuliert!' 'Was heißt hier ,wir'?'. Noch vier Minuten...

Zweiundzwanzig Abteilungs- und Gruppenleiter halten im Rahmen eines mehrmonatigen Führungstrainings während drei Tagen den gesamten Betrieb der Spielfabrik aufrecht. Die Spielfabrik ist ein Unternehmen, das Gesellschaftsspiele herstellt, mit eigener Produktentwicklung, Produktion, Personalmanagement, Vertrieb und Finanzen und mit Positionen von der Geschäftsführung bis zur Teilefertigung. Die Aufgabe lautet, das Unternehmen über rund zehn Geschäftsperioden hinweg so erfolgreich wie möglich zu führen, wobei die Beschäftigten die Erfolgskriterien selbst bestimmen: Umsatz, Gewinn, Innovation, Zufriedenheit.

Begleitet werden die Teilnehmer von drei Spielleitern und Beobachtern, die zu Beginn das Regelwerk vorgeben, aber während der Spielphase nicht in das Unternehmensgeschehen eingreifen. Anhand von Protokollbögen sammeln sie Beobachtungen zum Verhalten der einzelnen Teilnehmer und zur Entwicklung des sich fortlaufend wandelnden Unternehmens. Die Rollen der Teilnehmer wurden zu Beginn ausgelost, können im Verlauf aber selbst organisiert wechseln.

Autor(en): Markus Gmür
Quelle: management&training 02/03, Februar 2003, Seite 18 -

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Artikel aus management&training 02/03:

Bild zur Ausgabe 02/03
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