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Personalentwicklung in Krisenzeiten

Das Jobmodell Time-Out bei der Siemens AG

Welcher Arbeitnehmer wollte nicht schon mal mehr Zeit für die netten Dinge des Lebens haben? Das flexible Jobmodell 'Time-Out' des Siemens-Bereichs IC Mobile bietet Mitarbeitern die Möglichkeit, eine Weile dem Job den Rücken zu kehren und sich dem Hobby, der Familie oder der Bildung zu widmen. Hintergrund dieses Angebots ist die momentane Flaute am Telekommunikationsmarkt, die IC Mobile mit Time-Out ausgleichen kann, ohne Mitarbeiter entlassen zu müssen.
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'Six months off' lautete der Titel eines Buches, das Dr. Matthias Bellmann in einer Buchhandlung am Flughafen Chicago zufällig entdeckte. 'Sechs Monate freihaben - was für eine phantastische Vorstellung für jeden Arbeitnehmer', sinnierte der Personalchef des Siemens-Bereichs Information and Communication Mobile (IC Mobile) noch während er ins Flugzeug stieg. So ganz aus dem Kopf ging Bellmann, der bereits positive Erfahrungen mit dem Siemensweiten Sabbatjahr gemacht hatte, die Idee nicht mehr.

Der Personalmanager, der weltweit etwa 30.00 Mitarbeiter in der Mobilfunksparte des Technologie-Konzerns betreut, sah Mitte vergangenen Jahres die Zeit für ein neues Beschäftigungsmodell gekommen. Als die Flaute im Telekommunikationsmarkt auch bei Siemens IC Mobile Änderungen einforderte, entwickelte er Time-Out - ein Angebot, das Arbeitnehmer wie Arbeitgeber zu Gewinnern macht. Das Prinzip, das dahinter steckt: Der Mitarbeiter geht für eine bestimmte Zeit nicht zur Arbeit und erhält trotzdem einen Teil seines bisherigen Gehaltes weiterhin überwiesen. Bei drei Monaten Time-Out sind es 50 Prozent des monatlichen Bruttos, bei sechs Monaten 40 Prozent, bei neun Monaten 30 Prozent und bei zwölf Monaten 20 Prozent. Nach der Time-Out-Phase kehrt der Beschäftigte in seine frühere Abteilung und wenn möglich an seinen alten Arbeitsplatz zurück.

'Der Mitarbeiter hat die Möglichkeit eine Pause in seinem Berufsleben einzulegen und sich Dingen zu widmen, die er schon immer einmal verwirklichen wollte, wie zum Beispiel Reisen, Sprachen lernen, sich sozial engagieren oder sich um die Familie kümmern. Das Unternehmen wiederum hat damit die Chance, gute Mitarbeiter in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht zu verlieren', so Bellmann. Wenn das Marktumfeld wieder anziehe, seien auch die gut ausgebildeten Mitarbeiter wieder im Unternehmen.
Autor(en): Andrea Rohmeder
Quelle: management&training 02/02, Februar 2002, Seite 20-21
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