Management

Outdoortrainings

Extreme Erlebnisse – extreme Ergebnisse?

Spektakuläre Wüstentripps und Adrenalinschübe auf zwölf Meter Höhe in Seilgartenanlagen – fast totgesagt, sind Extremtrainings zur Teamentwicklung plötzlich wieder im Kommen. managerSeminare untersucht die Frage, unter welchen Voraussetzungen aus einem intensiven Erlebnis- ein hoher Erkenntniswert werden kann.
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Die faszinierendsten Landschaften der Erde bilden die Kulisse für die Extrem-Trainings der jüngsten Generation. Doch die entscheidende Frage ist, ob die hier neu entdeckten und trainierten Fähigkeiten auch noch hinter dem Schreibtisch ihren spürbaren Nutzen haben. Um dies zu erreichen, müssen die Teilnehmer – unterstützt durch den Trainer – ihre positiven Lernerfahrungen ebenso wie ihr eigenes Fehlverhalten in der konkreten Outdoor-Situation zu generalisieren wissen. Dies erfordert vom Trainer neben einer genauen Kenntnis der Teilnehmer und ihres Arbeitsumfeldes auch ein hohes Maß an psychologischer Kompetenz – und natürlich Wissen über PE/OE-Prozesse. Nicht jeder Trainer verfügt über diese Kenntnisse. Und nicht jedes Outdoor-Training ist für jeden Zweck geeignet.

Ebenfalls großer Popularität erfreuen sich die Hochseilgärten. Zur Teamentwicklung sind sie – so der Münchner Wirtschaftspsychologe Dr. Mario Kölblinger – jedoch nur bedingt geeignet, primär zielen sie auf die Selbsterfahrung durch das Überwinden von Angstzuständen und Unsicherheit. 'Gruppendynamisch wirkungsvoller sind die Niederseilgärten”, ist auch Praxisfeld-Trainerin Sabine Kröhn überzeugt. Hier agiere die Gruppe maximal auf Augenhöhe, zeitaufwendige Sicherungseinweisungen würden entfallen und mehrere Teilnehmer könnten gleichzeitig in die Übung aktiv eingebunden werden, fasst sie die Vorteile zusammen. Der Trend geht zu einem differenzierten Einsatz des Outdoor-Mediums Hochseilgarten. Anderthalb Tage Niederseil- und – darauf aufbauend – ein halber Tag Hochseil-Aktivitäten.

Bisweilen bietet auch der Großstadt-Dschungel vor der Haustür bleibende Outdoor-Erlebnisse der anderen Art – zu Fuß und mit Muskelkraft bewegt man sich durch die Stadtlandschaft. In kleinen Gruppen müssen sich die Teilnehmer ungewöhnlichen Herausforderungen stellen: etwa die McDonald-Managerin um eine Flasche Salatsauce für das Abendessen anbetteln oder den eiligen Geschäftsmann auffordern, in fünf Minuten zum Gruppenbild vor einem Brunnen zu erscheinen. 'Gerade Führungskräfte können hier ihren sozialen Horizont enorm erweitern, indem sie ihr Schutzschild verlassen', so ein Personalentwickler.

Extras:
  • Info-Kasten: Die Kompetenzen eines Outdoortrainers.
  • Info-Kasten: Vor- und Nachteile von Seilgärten und Wilderness-Trainings.
  • Interview: Jürgen Schüppel, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Riedlingen, über den Sinn und Unsinn von extremen Outdoortrainings.
Autor(en): Stefan Mühleisen, Jürgen Graf
Quelle: managerSeminare 48, Mai 2001, Seite 106-117
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