Management

New Economy

Alles anders in Start-ups?

Kreatives Chaos, keine Hierarchien, kurze Entscheidungswege und eine ganz eigene Mitarbeiterspezies… Ihr Image haben Start-ups auf jeden Fall weg. Haben die jungen Unternehmen der New Economy aber tatsächlich eine neue Unternehmens- und Führungskultur erfunden? Oder nähern sie sich langsam den Old-Economy-Unternehmen an? managerSeminare zeigt, wer was von wem lernen kann.
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Kreatives Chaos, keine Hierarchien, kurze Entscheidungswege und eine ganz eigene Mitarbeiterspezies… Ihr Image haben Start-ups auf jeden Fall weg. Doch längst nicht alles an der New Economy ist neu. So sind Start-ups in den seltensten Fällen hierarchiefrei, denn auch die Mitarbeiter in Start-ups wollen klare Führungsstrukturen und Entscheidungswege. Und das ist gut so, denn das Kumpel-Prinzip behindert oft dringende Personalentscheidungen, und gerade flache Hierarchien sind nur dann zielführend, wenn jeder seine Position kennt. Das ist in der neuen Wirtschaft nicht anders als in der alten.

Auch in der Personalentwicklung nähert sich die New der Old Economy an. In den meisten Start-ups fand systematische Weiterbildung anfangs eher selten statt. Häufig wurde nur ein Programmierhandbuch beim Tischfußball herübergereicht – mit dem Hinweis: 'Das musst Du bis Montag draufhaben.' Doch mit wachsender Größe wird auch in den Start-ups die Ressource Mensch professioneller gemanaged. Der Grund liegt auf der Hand: In einer Branche, in der sich das Wissen rasend schnell weiter entwickelt, ist es überlebenswichtig, die Angestellen ständig auf dem neuesten Stand zu halten.

Der Arbeitskräftemangel in der Branche tut ein Übriges: Viele Jobkandidaten fragen schon im Bewerbungsgespräch nach Fortbildungsmöglichkeiten. Entsprechend stellen die Angestellten der New Economy hohe Ansprüche an ihre Weiterbildung, professionelle Unterstützung – etwa durch einen Coach – wird erwartet. Überraschenderweise setzt die New Economy in der Durchführung von Fortbildungsmaßnahmen eher auf Bewährtes. Trotz aller Begeisterung für die neuen Medien wird auch bei den dot-coms nach wie vor überwiegend im Klassenraum trainiert.

Auf der einen Seite übernimmt die New Economy Einiges der Old Economy, indem sie auf Bewährtes setzt – auf der anderen Seite lernen aber auch die Old Economy-Unternehmen von den Start-ups. Schließlich haben die jungen Firmen für viel frischen Wind gesorgt. Das heißt: In innovativen Unternehmen auch der Old Economy arbeiten die Mitarbeiter wie in der erfolgreichen Wirtschaftsregion: in kleinen, dezentralen Teams, mit kurzen Entscheidungswegen und erfolgsabhängiger Entlohnung.

Extras:
  • Info-Kasten: So bringen Sie Silicon Valley ins Unternehmen.
  • Interview: James M. Citrin, Managing Director der Personalberatung Spencer Stuart in Stamford, Connecticut, über die Vorteile der New Economy.
  • Buchtipp: Rezension des Buches 'Erfolgreiche Software-Unternehmen. Die Spielregeln der New Economy' von Detlev J. Hoch.
  • Weitere Buchhinweise.
Autor(en): Constantin Gillies, Nicole Bußmann
Quelle: managerSeminare 46, Januar 2001, Seite 39-45
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