Wissen

Neues Karriereverständnis

Laufbahnplanung oder Lebensentwurf?

Immer weniger Führungskräfte werden in Zukunft eine Position erreichen, die sie aufgrund ihrer Ausbildung ursprünglich anstreben wollten. Soll sich die von vielen als persönliches Versagen empfundene Stagnation in der beruflichen Laufbahn nicht zur handfesten Lebenskrise auswachsen, muß der Karrierebegriff mit neuen Inhalten gefüllt werden. Aspekte des nicht-beruflichen Lebensweges gewinnen zukünftig an Gewicht.
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Was Karriere ist und wer Karriere gemacht hat, wird letztlich von der Gesellschaft und ihrer Wertvorstellungen bestimmt. Somit wird Karriere in traditioneller oder besser in landläufiger Hinsicht mit dem beruflichen Vorwärtskommen oder dem Aufstieg bzw. auch der Verbesserung und dem beruflichen Erfolg gleichgesetzt. Verstärkt werden diese Vorstellungen in erheblichem Maße durch die Medien zum einen und durch die unterschiedlichsten Organisationen zum anderen, die den Karriere-Begriff u.a. als ein Marketing-Argument in Stellen- und Werbeanzeigen geschickt plazieren. Getreu dem Motto: „Höher, weiter, schneller” wird Karriere dann mit all den Einzelmerkmalen belegt, die die Gesellschaft als karriereimmanent betrachtet (Abbildung 1): Hohe hierarchische Position, hohes Einkommen, viele Mitarbeiter, viel Macht und Einfluß u.s.w.. Entscheidend für die Karrierebewertung durch den einzelnen ist dann noch die eigene Stellung, die angestrebte Höhe der Meßlatte und der jeweilige Bewertungszeitpunkt.

Aufgrund der schon andauernden und der sich in Zukunft noch verstärkenden Entwicklungen ist jedoch fraglich, ob dieses Karriereverständnis künftig noch aufrecht erhalten werden kann. Hierzu vier beispielhafte Entwicklungstrends:

Trend 1: Das sich aufgrund von Restrukturierungsmaßnahmen und der Notwendigkeit der ständigen Anpassung an die geänderten Markterfordernisse die Führungsstrukturen der Unternehmen ändern oder ändern werden, ist weitestgehend unbestritten. Einhergehend mit dieser Entwicklung ist die Implementierung von sogenannten Fach-Laufbahnen, wie z.B. Spezialisten-, Projekt- und Gremienlaufbahnen. Damit gilt es Abschied zu nehmen von der (umfangreichen) traditionellen Führungslaufbahn. Weniger Hierarchieebenen sind gleichbedeutend mit weniger Führungspositionen. Dem traditionellen Karriereverständnis folgend, dem Streben nach möglichst hoher hierarchischer Position, ist somit nur noch einigen wenigen vorbehalten, bzw. die Aussage: „Hohe Hierachieebene” erhält einen anderen Stellenwert…
Autor(en): Dr. Christoph Beck
Quelle: managerSeminare 23, April 1996, Seite 76-81
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