Wissen

Neue Karriereregeln

No Ranks, no Titles

„Keine Geschäftseinheit größer als 100 Mitarbeiter, Führung muß auf Zuruf erfolgen können” – so klingen die neuen Postulate des Reengineering-Zeitalters. Klassische Karrieremuster vom beruflichen „Aufstieg” werden hinfällig. In großen Unternehmen ist die Tätigkeit der Führungskräfte anspruchsvoller, sind die Freiräume für persönliche Entwicklungsmöglichkeiten größer – und die Rücksichtnahme auf persönliche Eitelkeiten unbezahlbar geworden. Worauf legen Unternehmen heute wert?
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„No Ranks, no Titles”, so ruft förmlich die fett getitelte Stellenanzeige: Keine Ränge, keine Titel. Wenig oder gar keine Hierarchie, das ist der Trend der Zeit in vielen Unternehmen. Die Bürokratie-Kultur ist ganz offensichtlich das Auslaufmodell. Aufwendige Dienstwege mit vielen Ebenen und Verästelungen, festgelegten Stellenbeschreibungen und Beförderungsverfahren, das scheint weniger denn je angesagt. „Wir müssen unsere alten Arbeitsstrukturen und die Bürokratien loswerden”, lobt James Champy, Reengineering-Erfinder und Chairman der Unternehmensberatung CSC Index, gleich zum Jahresmotto 1996 aus.

In den flachen Hierarchien wird versucht, dem Champy-Motto organisatorische Gestalt zu verleihen: Es gibt viel direkte Entscheidungsbefugnis, viel Teamarbeit und angereicherte Stellenbeschreibungen. „Schlanker, flexibler”, so lautet das Leitmotto der neuen Strukturen.

Mit Konsequenzen für das Arbeitsumfeld: Wer nach dem Lean-Prozeß Chef geblieben ist, hat mehr Untergebene als früher. Wo ehedem drei oder vier Mitarbeiter direkt unterstellt waren, sind es jetzt zehn oder vierzehn. Folge: Chef kann sich um jeden einzelnen weniger kümmern. Führende müssen also auf Management by Motivation setzen, über Zielabsprache und lockere Kontrolle führen…
Autor(en): Axel Gloger, Jürgen Graf
Quelle: managerSeminare 23, April 1996, Seite 82-86
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