Lernen

NLP-Fragetechnik

So geht ein Licht auf

Es scheint paradox: In einem Beratungsgespräch sind nicht gute Antworten die Lösung, sondern kluge Fragen. Fragen sind das wichtigste Werkzeug des Beraters, Coaches oder Trainers. Sie bewusst und professionell zu stellen macht die Qualität guter Interventionen aus. DVNLP-Lehrtrainerin Martina Schmidt-Tanger schildert, wann welche Fragen sinnvoll sind, und was sie bewirken.
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Die Beeinflussung durch Sprache ist enorm, sei es in der Werbung, der Politik, der Wirtschaft oder im Liebesleben. Mit Sprache bewusst und professionell umzugehen ist daher für den Coach oder Berater unerlässlich. Denn der Einsatz und die Wahl von Worten und Fragen entscheidet über die Qualität seiner Interventionen. Im Neurolinguistischen Programmieren (NLP) sind zahlreiche Modelle und Formate entwickelt worden, die die Exzellenz und Exaktheit in der Verwendung von Sprache trainieren und Veränderungen ermöglichen.

Die Fragetechnik des NLP verfolgt vor allem zwei Zwecke. Fragen dienen zum einen der Erforschung der inneren Landkarte eines Menschen: Sie veranlassen den Gecoachten, seine eigene innere Welt zu erforschen, möglicherweise alte ausgetretene Pfade zu verlassen und auf neuen Wegen, auf der Suche nach inneren Antworten, sich selbst kennen zu lernen.
Fragen dienen zum anderen dem Führen durch Bewusstseinsräume. Mitunter kann der Klient ein Problem nämlich nicht lösen, weil seine Gedanken immer um dieselbe Sache, dasselbe Problem, kreisen – er kommt einfach nicht vom Fleck. Mit den richtigen Fragen betritt er gedanklich einen neuen Bewusstseins- oder Erlebnisraum. Damit kommen ihm andere Assoziationen, andere Bilder, neue Gefühle und Gedanken – und neue Lösungen.

Fragen sind ein Weg in die innere Realität (Landkarte) des anderen. Sie geben nicht nur dem Berater Informationen – auch der Klient entdeckt, während er sich mit den Fragen beschäftigt, wie er denkt: Er bemerkt, dass seine Gedankenstruktur ganz individuell ist und auf Grund seiner Erfahrungen entstand – meist eine ausgesprochen interessante Erkenntnis für ihn. Davon abgesehen geht es bei der Betrachtung der inneren Realität des Klienten vor allem darum, zu ergründen, ob sie, so wie sie ist, nützlich ist, um ein angestrebtes Ziel zu erreichen.

Durch gezielte Fragen kann der Coach den Klienten auch in andere Bewusstseinsräume führen, anders ausgedrückt: Er kann in ihm bestimmte emotionale und geistige 'Zustände' hervorrufen und vertiefen, die ihn in die Lage versetzen, Problemlösungen zu finden, die er in einer anderen Verfassung nicht entwickeln konnte. Aufgabe des Beraters ist es also letztlich stets, den Klienten mit den richtigen Fragen aus dem 'Problemspace' herauszuholen und in den 'Ressourcenspace' oder 'Zielspace' zu bringen.

Extras:
  • Info-Kasten: Beispiele für Fauxpas-Reaktionen eines Beraters.
  • Info-Kasten: Beispiel für kognitive Hindernisse bei der Problemlösung.
  • Info-Kasten: Fragen für die Gesprächseröffnung.
  • Übersicht: NLP-Fragetypen-Katalog mit Anwendungsbeispielen.
Autor(en): Martina Schmidt-Tanger
Quelle: managerSeminare 50, September 2001, Seite 84-92
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