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Neid ist immer schlecht

Moralisches Missverständnis

Ulf D. Posé ist Präsident des Ethikverbandes der Deutschen Wirtschaft e.V. Für managerSeminare wirft er in seiner Kolumne 'Der ethische Kompass' regelmäßig einen kritischen Blick auf unser tägliches Handeln in Wirtschaft und Beruf, hinterfragt die Normen, die uns dabei leiten, und stellt allgemein akzeptierte Wertvorstellungen auf den Prüfstand.

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Bis heute wurde noch kein Besserverdiener dafür beglückwünscht, dass er besonders viele Steuern an den Staat zahlt. Im Gegenteil: Allenthalben wird die Forderung laut, diejenigen, die ohnehin schon am meisten zur Finanzierung des Gemeinwesen beitragen, noch weiter zu besteuern. So als ob sie ihr hohes Einkommen allesamt auf kriminellem Wege erworben hätten. Als ob Erfolg etwas Unethisches wäre, dessen man sich gefälligst schämen sollte. Als ob Besitz hieße, der Gesellschaft etwas widerrechtlich vorzuenthalten. Besserverdiener – schon der Begriff ist für viele ein Schimpfwort. Wir sind eine Neidgesellschaft. Eine Gesellschaft von Neidern.

Natürlich werden die Wortführer der Missgunst ihren Neid niemals zugeben. Sie schwadronieren lieber von Pflicht, von gerechtem Ausgleich, von Verantwortung und gesellschaftlicher Solidarität. Neider behaupten und glauben wahrscheinlich auch, dass ihnen großes Unrecht geschehen sei, weil sie selbst nicht den Erfolg hatten, den sie nun anderen nicht gönnen. Intrigen, Mobbing, gemeine Gerüchte – sie alle finden ihre Ursache im Neid, der für mich noch viel schlimmer ist als der Hass. Denn der wird wenigstens zugegeben.

Neid ist keineswegs eine neumodische Regung. Die ersten, die sich damit beschäftigt haben, waren die alten Griechen. Sie entdeckten, dass es immer wieder Streit gab zwischen denen, die etwas besaßen, und denen, die weniger hatten. Denn die Besitzenden wollten nicht teilen, und die Habenichtse wollten immer etwas abhaben. Geiz und Neid waren also die Auslöser des Streits, wobei für die Griechen das eigentliche Problem beim Neid lag.

Autor(en): Ulf D. Posé
Quelle: managerSeminare 158, Mai 2011, Seite 39 - 39 , 4075 Zeichen

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