Der ethische Kompass

Moralisches Missverständnis
Moralisches Missverständnis

Mindestlöhne sorgen für Gerechtigkeit

Ulf D. Posé ist Präsident des Ethikverbandes der Deutschen Wirtschaft e.V. Für managerSeminare wirft er in seiner Kolumne 'Der ethische Kompass' regelmäßig einen kritischen Blick auf unser tägliches Handeln in Wirtschaft und Beruf, hinterfragt die Normen, die uns dabei leiten, und stellt allgemein akzeptierte Wertvorstellungen auf den Prüfstand.
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Lassen Sie es mich gleich vorweg sagen: Ich finde den Mindestlohn gut. Wer arbeitet, sollte mehr verdienen, als jemand, der es nicht tut. Ich glaube auch, dass Mindestlöhne Lohnarmut verhindern können. So stimmig die Argumente für eine Lohnuntergrenze aber auch sind – richtig sind sie deswegen noch lange nicht. Denn sie lassen einen wichtigen Teil der Wahrheit weg. Wer redlich mit der Diskussion umgeht, sollte daher immer zwei Fragen beantworten: Was soll der Mindestlohn bezwecken und kann er es überhaupt? Und: Ist das auch finanzierbar?

Eine Lohnuntergrenze bezweckt, dass Menschen ohne staatliche Unterstützung von ihrer Arbeit leben können. So weit, so gut. Ein Blick auf die Zahlen zeigt jedoch: Das ist mit Stundensätzen unterhalb von 10 Euro kaum möglich. Das Hauptziel des Mindestlohns kann also mit den diskutierten Zahlen, die teilweise noch darunter liegen, gar nicht erreicht werden. Eine gesetzliche Lohnuntergrenze folgt darüber hinaus der Idee, dass Leistung unabhängig vom Nutzen entlohnt werden soll. Das mag menschlich verständlich sein, verstellt jedoch den Blick für die wahre Ursache der Entlohnung: die Wertschöpfung.
Autor(en): Ulf D. Posé
Quelle: managerSeminare 174, September 2012, Seite 39
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