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Junge sind leistungsfähiger

Moralisches Missverständnis

Ulf D. Posé ist Präsident des Ethikverbandes der Deutschen Wirtschaft e.V. Für managerSeminare wirft er in seiner Kolumne 'Der ethische Kompass' regelmäßig einen kritischen Blick auf unser tägliches Handeln in Wirtschaft und Beruf, hinterfragt die Normen, die uns dabei leiten, und stellt allgemein akzeptierte Wertvorstellungen auf den Prüfstand.

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Einer meiner Freunde, ein äußerst erfolgreicher Abteilungsleiter in der Pharmaindustrie, ist arbeitslos geworden. Seine Zeugnisse und Beurteilungen sind außergewöhnlich, die Headhunter, mit denen er sprach, waren zunächst sehr interessiert. Aber auf über 100 Bewerbungen erhielt er nur Absagen. Er wird wohl keinen neuen Job bekommen. Er ist 55 Jahre alt. Zu alt. Wer die 50 überschritten hat, hat auf dem Arbeitsmarkt kaum noch eine Chance. Warum ist das so? Dabei hätte ein 55-Jähriger doch noch zehn bis zwölf Arbeitsjahre vor sich.

Wer umgekehrt als Jungspund in ein Unternehmen kommt, durchläuft zunächst ein aufwendiges Trainee-Programm. Es wird richtig in ihn investiert. Aber ein 30-Jähriger will noch Karriere machen und sieht sein Unternehmen vielleicht nur als Sprungbrett. Wie oft habe ich schon erlebt, dass jemand das Trainee-Programm gerne mitnahm, nur um sich dann in einem anderen Unternehmen zu bewerben?

Das Alter eines Menschen zum wichtigen Auswahlkriterium bei der Personalauswahl zu machen, ist eine tiefgehende Entmenschlichung: Wie selbstverständlich wird unterstellt, dass ein Mensch ab Mitte 50 weniger brauchbar ist, weniger wichtig. Dass er seine Funktion nicht mehr erfüllt. Er gilt als senil und verkalkt, Alzheimer in Anfängen erkennbar. Erstaunlich, wie weit ein derart verwerfliches Menschenbild verbreitet ist. Natürlich kann es gute Gründe geben, einen Älteren zu entlassen. Die gebotene Güterabwägung findet aber häufig nicht statt.

Autor(en): Ulf D. Posé
Quelle: managerSeminare 140, November 2009, Seite 47 - 47 , 4292 Zeichen

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