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Vom Zustand des Anstands

Moral im Management

Wirtschaft ist kein Selbstzweck, sondern soll dem menschlichen Wohl dienen, heißt es spätestens seit den Erfahrungen der Krise. Daran schließt sich die Forderung an: Das Management soll 'moralischer' werden, sprich: sozial verantwortungsbewusster. Doch viele Führungskräfte sind schlicht nicht daran gewöhnt, auch andere Werte als den Profit in die Waagschale ihrer Entscheidungen zu werfen. Ein Beitrag über die moralische Kompetenz im Management – woher sie kommt, was sie gefährdet und was sie stärken könnte.


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Listig grinst der schnurrbärtige Anzugträger sein Gegenüber an. Die rechte Hand hält er in prahlerischem Gestus erhoben, zwischen den Fingern prangt eine dicke Zigarre. Das Abbild des skrupellosen Wirtschaftshais ziert das Cover eines Gesellschaftsspiels der französischen Spielzeugfirma Arplay. Plan Social heißt das Kartenspiel, bei dem es darum geht, als 'Manager' möglichst viele 'Mitarbeiter' zu schassen – am besten Behinderte, Schwangere und Gewerkschafter, dafür gibt es Extrapunkte. Die erste Auflage des Kartensets war ruckzuck vergriffen. Weil es Spaß macht, mal so richtig gemein sein zu dürfen? Vielleicht. Sicher aber auch, weil Plan Social die Menschen in ihrem Unmut über die Wirtschaft und deren verantwortliche Akteure abholt.

Das Image der Managerkaste im öffentlichen Meinungsbild ist ramponiert. Topmanager landen bei Umfragen über die Beliebtheit verschiedener Berufsgruppen stets auf einem der untersten Ränge. Und das Meinungsforschungsinstitut Harris Interactive kam in einer Umfrage aus dem Jahr 2009 zu dem Ergebnis, dass 81 Prozent von 1.000 befragten Bundesbürgern Manager für unmoralisch halten.

Vielleicht aber klettern Manager auf der Beliebtheitsskala demnächst etwas nach oben. Denn in ihren Reihen zeichnet sich seit einiger Zeit ein Paradigmenwechsel ab, der durch die Krise noch einmal beflügelt wurde: die Wende vom Shareholder- zum Stakeholder-Value-Denken. Die Stimmen jener Wirtschaftlenker werden lauter, die fordern, dass Unternehmen sich nicht länger nur darauf konzentrieren dürfen, die Ansprüche ihrer Anteilseigner zu befriedigen, sondern dass sie bei ihren Entscheidungen auch die Bedürfnisse anderer Anspruchsgruppen (Stakeholder) wie der breiten Öffentlichkeit, der Lieferanten und des Staates einbeziehen müssen. Soziale Werte als – zusätzlicher – Bewertungsmaßstab.

Extras:

  • Vorbilder, Ombudsperson, Sozialprojekte, Coaching u.a.: Instrumente des Ethikmanagements
  • Moral und Ethik: Begriffe, Traditionen und Theorien
  • Moral im Management: Die Ergebnisse der managerSeminare-Leserbefragung
  • Literaturtipps: Kurzrezensionen von fünf Büchern zum Thema Ehtik und Moral im Management und Hinweis auf einen Fachartikel

Autor(en): Sylvia Jumpertz
Quelle: managerSeminare 158, Mai 2011, Seite 24 - 30 , 27222 Zeichen
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