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Mitarbeiterbindung

Aufbruchstimmung wecken

'Survivors', 'Stayers', 'Überlebende'. Noch hat sich kein Begriff etabliert für diejenigen, die im Unternehmen verbleiben, nachdem Entlassungen stattgefunden haben. Und doch sind es diese Mitarbeiter, die den Erfolg des Unternehmens maßgeblich beeinflussen.
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Verbleibende kämpfen im Wesentlichen mit folgenden Themen: dem Verlust lieb gewonnener Kollegen; Schuldgefühlen; der eigenen Betroffenheit; Unsicherheit; Zukunftsängsten; Erleichterung, wenn ein belastender Kollege weg ist, aber auch einem Defizit, da der Anlass zur Klage und Kritik entfällt. Hinzu kommen eine steigende Arbeitsbelastung, die Angst, etwas falsch zu machen, ein erschüttertes Vertrauen ins Management, das Hadern mit der Entscheidung der Unternehmensleitung, Rangeleien um wenige Plätze, die Angst, sich berechtigt krank zu melden, der Identitätsverlust und die innere Kündigung.

Sie haben auch ganz praktische Fragen: 'Wie stellen wir uns neu auf?', 'Wann bin ich dran? (wann folgt die nächste Welle)', 'Wie soll ich mich nach all dem noch motivieren?' oder 'Wer übernimmt die Aufgabe von ...?'

Als zentrale Ursache für die negativen Auswirkungen eines Down-Sizings in größerem Umfang auf die Verbleibenden kann man den 'Bruch des psychologischen Kontraktes' ansehen. Damit sind die emotionalen, impliziten, unausgesprochenen Übereinkünfte und Leistungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeint, die weit mehr umfassen als nur den Arbeitsvertrag. Bedient der Arbeitgeber nicht mehr die tragenden Parameter dieses Kontraktes, löst der Arbeitnehmer - hier speziell der Verbliebene - zunächst unbewusst, später bewusst, das Arbeitsverhältnis emotional auf. Je länger ein Mitarbeiter bei einem Unternehmen war, je mehr er sich identifiziert hat und je intensiver er seine Loyalität auch unter schwierigen Bedingungen unter Beweis gestellt hat, umso heftiger und tiefer ist der Bruch des psychologischen Kontraktes.
Autor(en): Dr. Laurenz Andrzejewski
Quelle: management&training 09/03, September 2003, Seite 16-19
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