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Managementkultur

Die Macht des Sachlichen

Kaum ein Unternehmen, das nicht in Veränderungsprojekten steckt. Häufig wird dabei der wertschätzende Umgang mit den betroffenen Mitarbeitern vernachlässigt. Die Folge: eine Misstrauensorganisation und immense Kosten.
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In dem Buch 'Der sechste Kondratieff' zeigt der Autor L. Nefiodow eine neue Art der Zukunftsforschung auf und prognostiziert, dass das Thema Gesundheit (ganzheitlich) im 21. Jahrhundert ein Träger des Aufschwungs sein könnte. Man geht davon aus, dass diese Langzeitzyklen durch technisch-wirtschaftliche Innovationen ausgelöst werden, die die Richtung der Weltwirtschaft über mehrere Jahrzehnte bestimmen und zu einem beträchtlichen Wachstumsprozess führen.

Der Übergang zum sechsten Kondratieff muss heute schon gestaltet werden. Nicht nur dadurch, dass man den Zukunftsmarkt Gesundheit erobert, sondern indem man in Veränderungsprozessen das Thema 'psychosoziale Gesundheit' als Teil des Wertschöpfungsprozesses betrachtet und entsprechend nutzt. Das bedeutet für die Veränderungsprozesse: Wenn sie gelingen sollen, müssen die Prozessverantwortlichen durch wertschätzenden Umgang mit allen Beteiligten versuchen, Ängste zu nehmen und Transparenz zu schaffen. In einer Misstrauensorganisation werden Veränderungsprozesse deutlich schwieriger umzusetzen sein, es ist mit mehr Widerstand zu rechnen, die Kosten für den Change-Prozess werden steigen.

Trotz der Erkenntnis, dass das Beachten der emotionalen Aspekte wie Wertschätzung und Vertrauen bei der Durchführung von Veränderungen enorm wichtig ist, gilt: Wenn es schwierig wird, siegt die Macht des Sachlichen. Das geschieht vor allem deshalb, weil Unternehmer vor allem an ihren kurzfristigen Erfolgen gemessen werden. Die Identifikation der Mitarbeiter mit den Unternehmenswerten nimmt dramatisch ab, unsere Gesellschaft ist materiell orientiert und die Entscheider fühlen sich selbst nicht genügend wertgeschätzt. Die Folgen mangelnder Wertschätzung finden wir in vielen Phänomenen der modernen Gesellschaft wieder.
Autor(en): Werner Büning, Michaela Belitz
Quelle: management&training 05/04, Mai 2004, Seite 25
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