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Management-Instrument: Kreative Potenziale messen

Lässt sich das kreative Potenzial eines Dienstleistungsunternehmens messen und gezielt steigern? Ja, meint das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO), Stuttgart, und hat in Zusammenarbeit mit mehreren Partnerfirmen im Rahmen des Verbundprojektes 'Wettbewerbsfaktor Kreativität' ein entsprechendes Instrument entwickelt: die so genannten CreativityCards. Diese Karten - die Forscher haben sie mit Fragen, Antwortmöglichkeiten und Raum für eigene Eintragungen versehen - sollen Unternehmen zunächst einmal deutlich machen, was Unternehmenskreativität überhaupt ist. Nach den Erfahrungen der Fraunhofer Forscher tappen sie diesbezüglich - trotz Kampagnen nach dem Motto: 'Wir müssen kreativer werden' - nämlich völlig im Dunkeln.

Grundlage der CreativityCards ist ein aus mehreren Forschungsschritten hervorgegangenes Referenzmodell, das aufzeigt, worin sich Unternehmenskreativität manifestiert: nämlich in der Bereitschaft, kreative Impulse aufzunehmen, in der Fähigkeit, einen permanenten Strom kreativer Ideen zu erzeugen, in der Möglichkeit, diese Ideen umzusetzen sowie im Vermögen, die Kunden mit kreativen Leistungen zu überzeugen. Um diese Aspekte messbar zu machen, haben die Wissenschaftler sie in neunzehn Unterpunkte wie 'Verfügbarkeit kreativer Mitarbeiter' oder 'Gelegenheit von Dritten zu lernen' zergliedert - und ihnen jeweils eine CreativityCard zugeordnet. Auf der Kartenvorderseite befindet sich jeweils ein Diagnoseteil zur Feststellung des Status quo, auf der Rückseite Platz, um Zielsetzungen und Maßnahmen zur Förderung der Kreativität einzutragen.

Beispielsweise kann die Unternehmensleitung auf der Karte 'Verfügbarkeit kreativer Mitarbeiter' auf der Vorderseite ankreuzen bzw. von Hand nachtragen, was Alarmzeichen dafür sein könnten, dass dem Unternehmen zu wenig kreative Mitarbeiter zur Verfügung stehen: z.B. 'Erfindungen und Neuentwicklungen sind selten'. Liegen Missstände dieser Art erst einmal schwarz auf weiß vor, ist es nach Einschätzung der Forscher leichter, abzuschätzen, ob Handlungsbedarf besteht.

Ist das der Fall, haben die Personal- oder Organisationsentwickler die Aufgabe, die Defizite zu konkretisieren. Dafür steht ihnen, ebenfalls auf der Kartenvorderseite, ein Fragekatalog zur Verfügung. Hier lässt sich z.B. ankreuzen, ob im Unternehmen viele oder nur wenige Mitarbeiter mit Kreativitätstechniken vertraut sind. Auch mögliche Ursachen wie Mängel bei der Rekrutierung kreativer Mitarbeiter sind aufgeführt. Durch Fragen wie 'Wie wird die Kreativität des Bewerbers bestimmt?' kann sich der Personalentwickler Klarheit verschaffen.

Hat er den Stand der Dinge ermittelt, sollte er nach Vorstellung der Wissenschaftler auf der Kartenrückseite Ziele zur Verbesserung der Situation schriftlich festhalten. Ein solches Ziel könnte z.B. sein, die Attraktivität des Unternehmens für kreative Menschen zu steigern. Neben den Maßnahmen selbst empfehlen die Forscher, Kenngrößen zu notieren, an denen sich ablesen lässt, ob sie erfolgreich umgesetzt wurden - in diesem Fall z.B. Anzahl von Spontanbewerbungen kreativer Persönlichkeiten.

Der Nutzen der CreativityCards besteht nach Ansicht der Fraunhofer Wissenschaftler darin, dass sie dem abstrakten Faktor Kreativität viel von seiner Undurchsichtigkeit nehmen und ein umfassendes, zielgerichtetes Kreativitätsmanagement möglich machen. Vermutlich Anfang 2002 sollen die Karten elektronisch umgesetzt und in ein breiter angelegtes Kreativitäts- und Wissensmanagementtool integriert sein. Firmen, die dabei mitwirken möchten, können sich beim Fraunhofer Institut als betrieblicher Partner melden.
Autor(en): (jum)
Quelle: managerSeminare 50, September 2001
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