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MUWIT-Kongress 2000

Qualifikation für ungelernte Pflegekräfte

In der Altenhilfe arbeiten bis zu 50 Prozent nicht qualifizierte Pflegekräfte. Um ältere Frauen gezielt für diese Tätigkeit zu qualifizieren, wurden im Schiller-Wohnstift und Maximilian-Stift eine Kurzausbildung entwickelt. Dieses Projekt wurde mit dem Sonderpreis im Rahmen des Weiterbildungs-Awards auf der MUWIT 2000 ausgezeichnet.
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Regelmäßig bewerben sich ältere unqualifizierte Frauen als Stationshilfen. Diese Frauen geben als Schlüsselqualifikation und Motivation die Kindererziehung, Pflege der Eltern oder anderer Verwandter an. Nach der Einstellung sind in den meisten Fällen zwei Tendenzen zu beobachten: Zum einen schaffen die Mitarbeiterinnen diesen großen und schwierigen Sprung in die professionelle Pflege nicht und scheiden schnell frustriert und mit nicht absehbaren seelischen Verwundungen wieder aus. Zum anderen schaffen sie es, hatten aber über Jahre kein fachliches Potenzial, um sich innerhalb des Teams qualifiziert einzubringen und eventuell sogar durchzusetzen.

Angesichts der Situation, dass laut Paragraph fünf der Heimpersonalmindestverordnung 50 Prozent des Personals examinierte Altenpflegerinnen oder Krankenschwestern sein müssen, also die andere Seite auch 50 Prozent betragen darf und angesichts der ökonomischen Lage solcher Einrichtungen in Zukunft auch betragen wird, geht den Betrieben ein enormes Entwicklungspotenzial verloren und lähmt damit den ganzen Betrieb.

Die Idee ist, eine Grundausbildung zu schaffen, die diesen Frauen eine Einführung in die neue Tätigkeit gibt. Die Maßnahmen sollen Fachwissen und Praxisanleitungen vermitteln und die eigene psychosoziale Auseinandersetzung fördern. Dabei geht es nicht darum, Fachkräfte zu ersetzen, sondern das große Potenzial von nicht examinierten Kräften zu stärken und den Arbeitsplatz suchenden Frauen einen Bewerbungsvorsprung zu verschaffen. Weitere Effekte sind das Aufnehmen von Fachkräften aus dem eigenen Betrieb in das Referententeam, Schulung der didaktischen Fähigkeiten der Fachkräfte und die Entwicklung von mehr Verständnis für die Situationen und Möglichkeiten der Nichtfachkräfte.
Autor(en): Ulrich Heberger
Quelle: management&training 05/00, Mai 2000, Seite 32-35
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