Wissen

Kreativitätsmanagement

Mit System zu Ideen

„Die Creativity Economy löst die Knowledge Economy ab“, prophezeit die amerikanische Wirtschaftspresse. Wenn die Prognose stimmt, wird die Kreativität der Mitarbeiter zum wichtigsten Kapital der Unternehmen. Die ersten Firmen, z.B. Google und Gore, haben das bereits erkannt und Arbeitsstrukturen geschaffen, in denen Ideen nur so sprudeln.
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Es war einmal ein Mitarbeiter, der jahrelang geregelt seiner Arbeit nachging. Eines Tages - zack! - wurde er von einem Geistesblitz getroffen, und plötzlich hatte er eine grandiose Idee. Diese trug er seinem Chef vor, der sie begeistert aufnahm und umsetzte - mit der Folge, dass dem Unternehmen Geld und Reichtum eingebracht war...

Geschichten wie diese gibt es, und es sind nicht einmal Märchen: Da war zum Beispiel ein Arbeiter der japanischen Bahngesellschaft JR East. Als beim Bau eines Eisenbahntunnels im Mount Tanigawa Wasser eindrang, trank der Arbeiter das Wasser und kam auf die Idee, es als Mineralwasser abzufüllen. Die Bahnfirma brachte das Wasser unter dem Namen Oshimizu auf den Markt, und es wurde so erfolgreich, dass JR East Wasser-Automaten auf fast 1.000 Bahnhöfen aufstellte.

So schön solche Geschichten auch klingen, man sollte sich nicht von ihnen blenden lassen. „Innovation by Geistesblitz“ ist die Ausnahme. In der Regel gedeihen Ideen dort, wo Kreativität zielgerichtet gefördert wird. Doch damit tun sich viele Unternehmen - zumindest in Deutschland - noch schwer. Es scheint fast, als fürchten sie, sich in unseriöses Gebiet vorzuwagen, in einen Bereich für Spinner, Künstler und Träumer.

Es geht aber mitnichten darum, die Firma in ein esoterisches Selbstfindungscamp zu verwandeln. Vielmehr gibt es einen großen Unterschied zwischen künstlerischer und unternehmerischer Kreativität: Künstlerische Kreativität dient der Selbstverwirklichung des Künstlers, unternehmerische Kreativität dient der Wertsteigerung eines Unternehmens. Der Künstler freut sich über ein gelungenes Bild, das Unternehmen verlangt - zu Recht - einen „Return on Creativity“. Und um diesen geht es. Es geht um einen bodenständigen, alles andere als abgehobenen Fakt.

Extras:
  • Das Edison-Prinzip: Wie sich mit der Methode des Glühbirnenerfinders Ideen entwickeln und deren Potenzial ausloten lässt.
  • Häufige Ideenkiller: Fünf Faktoren, die Kreativität im Unternehmen blockieren.
  • Service: Hinweise auf zwei Kreativworkshops, auf zwei Bücher über Kreativitätstechniken und drei Fachartikel zum Thema Ideenfindung.
Autor(en): Jens-Uwe Meyer
Quelle: managerSeminare 103, Oktober 2006, Seite 44-50
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