News

HR-Kommunikation

Verschenkte Chancen

Knochentrockene Auflistungen ohne viel Aussagekraft – daraus besteht im Wesentlichen die Personalberichterstattung der DAX-30-Konzerne. Die Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young hat die von den Firmen veröffentlichten Jahres-, CSR- und Personalberichte dahingehend unter die Lupe genommen, wie viel diese Dokumente über die HR-Arbeit der Firmen preisgeben und ist dabei hauptsächlich auf Ödland gestoßen. Jahresberichte müssen die Unternehmen veröffentlichen; sie haben die gesetzliche Pflicht dazu. CSR-Berichte und spezielle Personalberichte sind ein freiwilliges Add-on. Doch gleichgültig, in welcher Form sie publizieren: Die Unternehmen schweigen sich in der Mehrheit über Details zu ihrer Personalarbeit aus. Das betrifft selbst die kleine Gruppe der DAX-Konzerne (ca. zehn Prozent), die sich überhaupt die Mühe machen, neben dem Jahres- und CSR-Bericht einen separaten Personalbericht herauszugeben. Stattdessen liefern auch sie größtenteils zähe Zahlen zu Personalkosten, Fluktuationsraten, Frauenquoten und Co. Was die Betriebe im Einzelnen für ihre Mitarbeiter tun, erfährt der Leser nicht.

Doch gerade über das reine Zahlenmaterial hinausgehende Details und Fallbeispiele könnten für etwaige Bewerber spannend sein, sagt Tobias Plafky. Der HR-Experte bei Ernst & Young rät Unternehmen dazu, die Berichterstattung nicht nur als Pflicht gegenüber Aktionären und Investoren zu begreifen, sondern sie als Möglichkeit im Rahmen des Personalmarketings und Employer Brandings zu nutzen. Das aber funktioniert nun einmal nur, wenn man mehr preisgibt als trockene Zahlen, meint Plafky. 'Zu ihren Produkten erzählen die Firmen im Geschäftsbericht schließlich auch oft spannende Geschichten. Beim Personal verschenken sie diese Chance dagegen komplett', so die Beobachtung des HR-Fachmanns. Als eines der wenigen Positivbeispiele nennt Plafky die Commerzbank. Das Finanzinstitut ergänzt in seinem Personalbericht Zahlen zur Frauenquote in Führungspositionen mit detaillierten Berichten über Aktivitäten zur Frauenförderung. Außerdem punktet der Bericht mit beispielhaften Personenporträts von Frauen aus dem Unternehmen.
Autor(en): (jum)
Quelle: managerSeminare 175, Oktober 2012
Wir setzen mit Ihrer Einwilligung Analyse-Cookies ein, um unsere Werbung auszurichten und Ihre Zufriedenheit bei der Nutzung unserer Webseite zu verbessern. Bei dem eingesetzten Dienstleister kann es auch zu einer Datenübermittlung in die USA kommen. Ihre Einwilligung bezieht sich auch auf die Erlaubnis, diese Datenübermittlungen vorzunehmen.

Wenn Sie mit dem Einsatz dieser Cookies einverstanden sind, klicken Sie bitte auf Akzeptieren. Weitere Informationen zur Datenverarbeitung und den damit verbundenen Risiken finden Sie hier.
Akzeptieren Nicht akzeptieren
nach oben Nach oben