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Gleichstellung

Weibliche Perspektive

Eigene Seminare für Frauen? Geschlossene Veranstaltungen, bei denen Männer draußen bleiben müssen? Sind solche Veranstaltungen sinnvoll und nützlich? Cornelia Topf, Autorin und Trainerin, diskutiert das Thema und gibt eine klare Antwort.
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Frauenseminare sind immer noch heftig umstritten. Obwohl zur Zeit Corporate Diversity (das Management der Mitarbeiter-Vielfalt eines Unternehmens) als Schlagwort populär ist, tun sich noch immer viele Firmen schwer, reine Frauenseminare ins Seminarprogramm zu nehmen. Den Trainings haftet der Touch von 'Seminaren für Fußkranke' an. Das Vorurteil vieler Kollegen: 'Solche Seminare zeigen doch, dass Frauen dem Druck im Business nicht gewachsen sind.' Weiterbildungsreferenten befürchten, dass reine Frauenseminare die Teilnehmerinnen in einer Schutzatmosphäre halten, die der harten Realität im Betrieb nicht gerecht wird.

Das alles sind verständliche Befürchtungen. Doch Befürchtungen sind keine Tatsachen. Und Tatsache ist nun mal, dass Frauen anders denken, fühlen und reden, anders führen und sich anders verhalten als Männer. Daher ist es nur folgerichtig, wenn bei betrieblichen Weiterbildungs- und Personalentwicklungsmaßnahmen diese spezifische Andersartigkeit berücksichtigt wird. Das wird sie im Regelfall jedoch nicht.

In der Regel unterstellen gemischte Seminare, dass alle Teilnehmer mehr oder minder gleich sind. Die Unterstellung ist zwangsläufig. Denn die Normen und Werte unserer Gesellschaft sind männlich geprägt, also regieren diese Wertvorstellungen auch ins gemischte Seminar hinein. Das fällt im Seminarraum kaum auf, weil wir es von anderen gesellschaftlichen Veranstaltungen bereits gewöhnt sind. Oder können Sie sich auch nur an ein einziges Seminar erinnern, das Sie in den letzten Jahren besucht, gehalten oder veranstaltet haben, bei dem die vermittelten Inhalte Lektion für Lektion geschlechtsspezifisch differenziert wurden?
Autor(en): Dr. Cornelia Topf
Quelle: management&training 09/02, September 2002, Seite 12-15
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