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Führungsfaktor Einstellung
Führungsfaktor Einstellung

Die Macht des Menschenbildes

Egoistisch, auf Konkurrenz gebürstet, faul: Unser Blick auf den Menschen ist alles andere als schmeichelhaft. Wir trauen unserer Spezies nicht viel Gutes zu. Wer es doch tut, wird oft als weltfremd belächelt. Dabei zeigt die neuere Forschung, dass es nicht utopisch, sondern realistisch ist, an das Gute im Menschen zu glauben. Der Historiker Rutger Bregman hat Beweise dafür zusammengetragen. Denn er ist überzeugt: Ein positives Menschenbild ändert alles, auch in der Arbeitswelt.

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Haltungswechsel: Was es braucht, um vom Düsterdenken übereinander wegzukommen


Cover managerSeminare 291 vom 20.05.2022Hier geht es zur gesamten Ausgabe managerSeminare 291

Unsere Sicht davon, wie „der Mensch“ ist, bestimmt wesentlich darüber mit, wie wir anderen Menschen begegnen. Was wir von ihnen erwarten. Ob wir ihnen vertrauen oder nicht. Sehr viele Debatten unserer Zeit sind dadurch charakterisiert, dass dabei verschiedene Menschenbilder aufeinanderprallen: Sollen Straftäter strenger bestraft oder besser unterstützt werden? Ist der altmodische Ernährer das bessere Rollenmodell oder ist es der Vater mit der Babytragetasche? Macht klassische Führung ein Unternehmen erfolgreich oder sind eigenverantwortliche Teams der bessere Weg zum Erfolg? Man mag es für aberwitzig halten, aber in all diesen modernen Diskussionen setzt sich der jahrhundertealte Streit zwischen zwei unterschiedlichen Sichtweisen auf den Menschen fort.

Die eine Sichtweise ist die optimistische. Geprägt wurde sie nicht zuletzt durch den Philosophen Jean-Jacques Rousseau (1712 bis 1778), der den Menschen für „von Natur aus gut“ hielt. Rousseau glaubte, dass wir im „Naturzustand“ noch mitfühlende altruistische Wesen waren und erst mit Beginn der Zivilisation, dem Aufkommen von Staaten und Hierarchien, zu zynischen Egoisten wurden. Nach Rousseau hätten wir unsere Freiheit nie in den Wind schlagen dürfen. So lieferte der Philosoph die fundamentale Grundlage für eine Position, die in den folgenden Jahrhunderten von Anarchisten und Freibeutern, Rebellen und Unruhestiftern millionenfach wiederholt wurde: „Gebt uns die Freiheit, sonst laufen die Dinge schief!“

Die andere Sichtweise ist pessimistisch. Sie wurde besonders prominent vom Mathematiker, Staatstheoretiker und Philosophen Thomas Hobbes (1588 bis 1679) vertreten. Hobbes war überzeugt: Im Naturzustand herrscht ein „Krieg eines jeden gegen jeden“, doch die Anarchie lasse sich eindämmen, wenn wir unsere Freiheit aufgeben und in die Hände eines Alleinherrschers legen. So baute Hobbes die Grundlage für einen Standpunkt, der millionenfach von Ministern, Generälen, Diktatoren, Direktoren und auch Firmenchefs und Führungskräften wiederholt werden sollte: „Gebt uns die Macht, sonst laufen die Dinge schief!“

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