Beiträge m&t

Evaluation

Die Crux mit dem Qualitätssiegel

Ein gezieltes Qualitätsmanagement ist für den Erfolg von Bildungsanbietern unverzichtbar.Daran besteht kein Zweifel. Zweifeln kann man jedoch am Nutzen von Gütesiegeln - gleich welcher Art - im Weiterbildungsmarkt. Sie sollen in der Regel nicht die Qualität,sondern den eigenen Markt sichern.
Kostenfrei für Abonnent/innen von managerSeminare
Downloaden
Deutschland 1993/94. Das ganze Land befindet sich im Zertifizierungsfieber. Landauf, landab wird auf Kongressen und in Fachzeitschriften verkündet: Unternehmen, die nicht nach der ISO 9000 ff. zertifiziert sind, werden in einigen Jahren keine Chance am Markt mehr haben. Speziell für Großunternehmen wird künftig die Frage ISO-zertifiziert oder nicht ein wichtiges Selektionskriterium für ihre Lieferanten sei. Zugleich verkünden die Trendforscher: Nicht mehr der Preis, sondern die Qualität wird künftig für die Kunden kaufentscheidend sein.

Das haben zu dieser Zeit auch einige Sprachschulen vernommen. Folglich beschließen sie, einen Verband zu gründen; außerdem ein gemeinsames Gütesiegel zu entwerfen, das die 'guten' von den 'schlechten' Sprachschulen unterscheidet. Ein löbliches Unterfangen! Doch schwierig umzusetzen. Das zeigt sich, als die Vertreter der Sprachschulen zwecks Vorbereitung der Verbandsgründung zusammensitzen. Dabei sind alle - oberflächlich betrachtet - einer Meinung.

Ebenso wie die weltweit operierenden Sprachschulen, sind auch die kleinen Zwei- bis Drei-Mann-Betriebe der Ansicht, dass das Lehrpersonal über die 'fundierte methodisch-didaktische Kompetenz' verfügen muss. Ähnlich ist es bei den Instituten, die sich auf Deutschkurse für Aussiedler und ähnliche subventionierte Maßnahmen spezialisiert haben und denen, die in der Industrie ihre Kundschaft sehen. Sie sind alle der Auffassung, dass den Kunden 'eine gleich bleibend hohe Qualität' geboten werden muss.

Trotzdem gerät die Verbandsgründung schnell ins Stocken. Völlig unterschiedlich sind die Meinungen der Teilnehmer nämlich darüber: Wie stellen wir sicher, dass unsere Mitarbeiter eine große methodisch-didaktische Kompetenz haben und unseren Kunden eine gleich bleibend hohe Qualität geboten wird?
Autor(en): Matthias Descher, Bernhard Kuntz
Quelle: management&training 02/00, Februar 2000, Seite 26-29
Wir setzen Analyse-Cookies ein, um Ihre Zufriedenheit bei der Nutzung unserer Webseite zu verbessern. Diese Cookies werden nicht automatisiert gesetzt. Wenn Sie mit dem Einsatz dieser Cookies einverstanden sind, klicken Sie bitte auf Akzeptieren. Weitere Informationen finden Sie hier.
Akzeptieren Nicht akzeptieren
nach oben Nach oben