Kunden-Login


Ihr Warenkorb ist leer
 

Ihr Warenkorb ist leer !

Wohin mit Opi?

Elder Care

Kinder haben Jahrzehnte gebraucht, um in den Plänen von Personalverantwortlichen Beachtung zu finden, Eltern und Großeltern sind noch weit davon entfernt. Doch immer mehr Arbeitnehmer müssen sich um ältere Angehörige kümmern. Dass Pflege und Beruf kaum vereinbar sind, schadet nicht nur ihnen, sondern auch den Unternehmen. Dabei gibt es Lösungen, von denen alle profitieren.

kostenfrei für Abonnenten
von managerSeminare
komplette Ausgabe
als ePaper: 9,80 EUR

'Es sieht nicht gut aus', sagt Berthold Dietz, Professor für Sozialpolitik an der Evangelischen Hochschule Freiburg. Die Sorge des Demografieexperten gilt einer Entwicklung, die viele Firmen noch nicht erkannt haben, die aber in wenigen Jahren auf den Arbeitsmarkt durchschlägt – mit bedrohlichen Auswirkungen für Unternehmen. Gemeint ist der zu erwartende Bedarfszuwachs beim Elder Care, der häuslichen Betreuung alt und hilfsbedürftig gewordener Eltern und Großeltern. 'Auf uns kommt ein großer Veränderungsdruck zu', sagt Dietz. 'Und wir sind kaum vorbereitet.'

Die Zahl der Betreuungsbedürftigen – schon jetzt sind es mehr als zwei Millionen – wird sich laut Statistischem Bundesamt in den nächsten Jahren auf mindestens dreieinhalb Millionen erhöhen. Damit steigt der Pflegebedarf drastisch, zumal vor allem die besonders betreuungsintensiven demenziellen Erkrankungen häufiger auftreten, ergänzt Dietz: 'Schätzungen gehen davon aus, dass der Aufwand für Elder Care den für die Kinderbetreuung künftig um das Dreifache übersteigen wird.' Ein Aufwand, der geschultert werden muss. Pflegeeinrichtungen können das nicht bewältigen, die Kosten wären viel zu hoch. Ohnehin sind für Familien die oft als Verwahranstalten gesehenen Heime nur die letzte Wahl.

Den Löwenanteil der häuslichen Pflege übernehmen daher die Familienangehörigen selbst, meistens die Kinder und Enkel der Pflegebedürftigen. Die aber sind häufig berufstätig und geraten durch die Betreuungsaufgaben in eine Zwickmühle zwischen den Ansprüchen der Angehörigen und des Arbeitgebers. Zur eigentlichen Pflegearbeit kommen Überforderung, emotionaler Stress und ein permanenter Zeitmangel – eine Mehrfachbelastung, die viele Betroffene nicht durchstehen.

Extras:

  • So sprechen Sie es an: Wie Vorgesetzte mit dem Thema am besten umgehen
  • Pflegezeitgesetz und Familienpflegezeitgesetz: Die rechtlichen Regelungen kurz gefasst
  • Service: Hinweis auf zwei Studien mit Daten und Fakten zum Thema Pflege und Berufstätigkeit sowie auf einen Meinungsartikel über familienfreundliche Unternehmen

Autor(en): Sascha Reimann
Quelle: managerSeminare 166, Januar 2012, Seite 66 - 71 , 21067 Zeichen

ANZEIGE

Suche im Archiv


© 1996-2018, managerSeminare Verlags GmbH, Endenicher Str. 41, D-53115 Bonn
Mobile-Ansicht



OK

Wir verwenden Cookies, um Ihre Zufriedenheit auf unserer Website zu steigern. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen finden Sie hier