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Spiele mit dem Berater

Consulting und Mikropolitik

Sie ist ein Tabu, wird oft gar nicht gesehen, aber prägt doch jedes Changeprojekt – und damit auch jeden Beratungsprozess: Die Rede ist vom Phänomen der Mikropolitik in Unternehmen. Das Ringen der Führungskräfte um Macht und Einfluss kann Berater ausbremsen, ohne dass die Manager so recht verstehen, wie es geschieht. Über versteckte Spiele in Beratungsprojekten und angemessene Reaktionen der Manager und ihrer Beratungspartner.

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Ein Coach fährt mit einem Vorstandsmitglied Fahrstuhl und wird hier von ehemaligen Coachees gesehen. In den folgenden vier Stunden gehen bei ihm drei Anrufe ein. Sie stammen von den Coachees, deren Coachings abgeschlossen sind oder seit Monaten ruhen. Tenor: 'Wir sollten unbedingt mal wieder einen Termin vereinbaren.' … Offenbar besteht bei den Führungskräften die Hoffnung, über den Coach an Insider-Informationen von der Unternehmensspitze zu gelangen. Und vielleicht wollen sie den Coach auch als Vehikel nutzen, um ihre eigene Agenda über inoffizielle Wege in die Vorstandsetage zu lancieren.

Auch wenn es selten so durchsichtig ist: Fast immer haben es Berater mit dem interessengeleiteten Ringen einzelner Mitarbeiter und Führungskräfte um Einfluss, Pfründe und Ressourcen zu tun. Dieses politische Handeln im Kleinen wird als Mikropolitik bezeichnet und spielt in Beratungsprozessen eine bedeutende Rolle. Seltsamerweise wird das Thema von der Literatur so gut wie ignoriert. Doch wer als Berater, Trainer, Supervisor oder Coach in Veränderungsprozessen unterwegs ist, merkt schnell, wie sehr das Fortkommen der eigenen Arbeit von Machtaspekten in der Kundenorganisation beeinflusst wird. Und wer als Manager wiederum Beratungsprozesse beauftragt, wundert sich nicht selten darüber, dass es im Beratungsprozess plötzlich stockt …

Doch Organisationen sind nun einmal nicht nur rationale Gebilde, in denen die Mitarbeiter auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten. Die Forschung zum Phänomen der Mikropolitik hat hervorgehoben, dass das Geschehen in Organisationen nicht nur durch Organigramme, Stellenbeschreibungen und Prozessdefinitionen bestimmt wird, sondern auch durch eigene Ziele, eigene Prioritäten sowie das Streben nach Erhalt und Ausbau der eigenen Machtposition.

Extras:

  • Die heimlichen Kämpfe im Unternehmen: Kennzeichen verschiedener mikropolitischer Spiele
  • Von unklaren Unternehmenszielen über Gruppendruck bis zu Interessenkollisionen: Wann und wo Mikropolitik gedeiht
  • Literaturtipp: Kurzrezension eines Buchs zum Thema Organisationsberatung

Autor(en): Falko von Ameln und Josef Kramer
Quelle: managerSeminare 156, März 2011, Seite 22 - 28 , 25578 Zeichen

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